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Funkenschwestern 

Wie Feminismus alles besser macht

von Barbara Blaha

ISBN: 9783222151644
Sammlung: Feminismus
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Verlag: Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum: 12.02.2026
Umfang: 208 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 25,00
Kurzbeschreibung des Verlags


Barbara Blaha
weiß, wovon sie spricht. Aufgewachsen als Kind einer Arbeiter­fami­lie mit vie­len Ge­schwis­tern, aber wenig Geld, kennt sie das Gefühl, über­se­hen zu werden.
Ihr feministisches Bühnenprogramm ist ein über­wäl­ti­gen­der Er­folg: Tau­sende ha­ben es be­reits ge­se­hen, jede Vor­stel­lung ist aus­ver­kauft. Da­mit zeigt sie, dass Femi­nis­mus end­lich in der 
Mitte der Gesellschaft angekommen ist.


In ihrem Buch verbindet  sie
persönliche Geschichten mit Zahlen, Fakten und Studien  und zeigt, warum 
ökonomische Fragen  immer auch
femi­nis­ti­sche Fra­gen  sind. Sie macht sicht­bar, warum Frauen sel­te­ner füh­ren dür­fen, öfter unter­bro­chen und schlech­ter be­zahlt wer­den, wes­halb in Bran­chen mit ho­hem Frauen­an­teil die Löhne sin­ken und selbst ein Voll­zeit­job nicht vor der zwei­ten Schicht zu Hause schützt.

„Barbara Blaha schreibt mit kompromiss­loser Prä­zi­sion und der Wut einer Frau, die nichts mehr hin­nimmt. Ein klu­ges, kraft­vol­les, not­wen­di­ges Buch.“ Mareike Fallwickl
 

FALTER-Rezension

Gleichberechtigung beginnt vor der Waschmaschine

Julia Kospach in FALTER 10/2026 vom 04.03.2026 (S. 16)

Nach 15 Jahren gereizter Ehe­de­bat­ten zum Thema Haus­ar­beit wollte es Bar­bara Blaha genau wis­sen und lis­te­te in ei­nem Excel-Sheet alle un­be­zahl­ten Tätig­kei­ten und Or­gani­sations­schrit­te auf, die in ei­nem Fami­lien­haus­halt mit Kin­dern wie dem ihren an­fal­len. Vor dem Aus­fül­len der Lis­te gaben sie und ihr Mann eine Schät­zung zur ver­mu­te­ten Las­ten­ver­tei­lung in ihrer Be­zie­hung ab. Sei­ne Pro­gno­se: 60:40. Ihre Pro­gno­se: 70:30. Das Er­geb­nis schockier­te beide. Es lag bei 80:20.
Mit "dieser krassen Fehlein­schät­zung" seien sie und ihr Mann durch­aus nicht al­lein, schreibt Bar­bara Blaha in ihrem neuen Buch "Funken­schwes­tern. Wie Femi­nis­mus al­les bes­ser macht" und zi­tiert eine ak­tuel­le Stu­die, nach der Män­ner da­von über­zeugt sind, dass sie halbe-halbe machen. Tat­säch­lich be­tei­li­gen sich aller­dings auch jene unter ihnen, die es mit der Gleich­stel­lung ernst mei­nen, zu­hause im Schnitt nicht sehr viel mehr als ihre Väter früher.

Auch das belegt Blaha, Wiener Autorin und Unter­neh­merin, femi­nis­ti­sche Polit-Enter­tai­nerin so­wie Grün­de­rin und Lei­terin des sozial­poli­ti­schen Think­tanks Momen­tum Insti­tut, mit Stu­dien­material.

"Während sich bei der bezahlten Arbeit also etwas bewegt, tut sich zu­hause an der Wasch­ma­schine, am Staub­sau­ger und am Wickel­tisch gar nichts", schreibt Blaha und pa­riert auch gleich ein oft ge­hör­tes Ge­gen­ar­gu­ment zu die­ser Ge­men­gen­lage: Es sei doch lo­gisch, dass Frauen mehr Haus­ar­beit über­näh­men, wo sie doch im Schnitt weni­ger ver­dien­ten. Falsch. Denn "Frauen leis­ten so­gar dann den Groß­teil der Haus­ar­beit, wenn sie mehr ver­die­nen". All diese un­be­zahl­te Frauen­ar­beit läp­pert sich, übers Jahr ge­rech­net, auf 23 Pro­zent der öster­rei­chi­schen Wirt­schafts­leistung.

Eine Warnung vorweg: Wenn Sie Blahas Buch lesen - und Sie soll­ten es le­sen! -, könnte Ihnen zwi­schen­durch leicht das sprich­wört­liche G'impfte auf­ge­hen. Denn die pa­tri­ar­chalen My­then rund ums Thema Gleich­stel­lung zwi­schen Män­nern und Frauen, die Blaha zu­sam­men­trägt, sind zahl­reich, wirk­mäch­tig und schwie­rig ab­zu­streifen.

Blaha verhandelt Fragen wie: Warum sinkt das Prestige von Bran­chen, so­bald mehr Frauen ein­stei­gen? Wa­rum wer­den Frauen, die of­fen­siv ihre Ge­häl­ter ver­han­deln, als un­sym­pa­thisch wahr­ge­nom­men? Wa­rum kata­pul­tiert es Paare, so­bald Kin­der ins Spiel kom­men, in ihren Be­zie­hungs­me­cha­nis­men so rasch zu­rück in die 1950er-Jahre?

Aus einer kinderreichen Arbeiter­familie mit we­nig Geld stam­mend, ist Bar­bara Blaha eine pas­sio­nier­te Auf­klä­re­rin und Akti­vis­tin an der Schnitt­stel­le zwi­schen Ge­sell­schafts­poli­tik und For­schung. Auch "Fun­ken­schwes­tern" wird sie - pa­ral­lel zum Buch -als gleich­na­mi­ges Büh­nen­pro­gramm un­ters Volk bringen.

Im Buch verknüpft sie Un­mengen an Zah­len, Da­ten und Fak­ten mit per­sön­li­chen Er­fah­run­gen als Frau und Be­rufs­tä­tige. Over­sharing von Pri­va­tem? Nein, son­dern ein durch­or­ches­trier­tes Do­ku­ment ent­lang al­ler Lebens­be­reiche.

Was hier sehr deutlich wird: Pa­tri­ar­chat und Sexis­mus sind Glau­bens­sys­teme, ge­gen die nur Be­wusst­seins­bil­dung und Auf­klä­rung hel­fen. Un­ter die­sen Vor­zei­chen eine Part­ner­schaft auf Augen­höhe zur füh­ren, ar­gu­men­tiert Blaha, be­nö­tige die ak­tive Be­reit­schaft al­ler Be­tei­lig­ten, wo­mit klar wäre, dass Femi­nis­mus nie­mals nur Frauen­sache sein kann. Wie das mit der Part­ner­schaft auf Au­gen­höhe funk­tio­nie­ren und ein "Femi­nis­mus von un­ten" aus­se­hen könnte, er­klärt Bar­bara Blaha im Buch eben­falls. Es liegt noch ziem­lich viel Ar­beit vor uns.

Posted by Wilfried Allé Sunday, March 8, 2026 4:06:00 PM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft/Gesellschaft
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Nach der Eroberung 

Wie Autokraten Medien kontrollieren

Wie Autokraten Medien kontrollieren, Insiderchronik der Übernahme unabhängiger Medien in Ungarn.

Herausgegeben von Wahrheitsperlen Verlag GmbH

ISBN: 9783982786704
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
Verlag: Wahrheitsperlen Verlag
Übersetzung: Eva Zador
Erscheinungsdatum: 01.03.2026
Empf. Lesealter: ab 18 Jahre
Umfang: 255 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 30,90
Kurzbeschreibung des Verlags

Das politische Sachbuch "Nach der Erobe­rung. Wie Auto­kra­ten Me­dien kon­trol­lieren. Insider­chro­nik der Über­nahme un­ab­hän­gi­ger Me­dien in Un­garn" er­zählt als ers­tes Buch in Deutsch­land von der sys­te­ma­ti­schen Gleich­schal­tung der un­ga­ri­schen Medien­land­schaft - ver­ur­sacht durch Vik­tor Orbáns poli­ti­sche Sys­tem, in ei­nem Mit­glied­staat der EU.
Der Autor, Àkos Tóth, der als Jour­na­list und Chef­re­dak­teur die­se Ent­wick­lung aus un­mit­tel­ba­rer Nähe er­lebte, er­läu­tert, wie die Über­nahme der Me­dien­land­schaft er­folgte, gibt Ein­blicke da­rü­ber, wie ei­ne Gene­ra­tion von Jour­na­lis­ten und Me­dien­unter­neh­men auf Linie ge­bracht wur­den und zeigt auf, wie es den­jeni­gen er­geht, die Wider­stand leisten.
Neben datenbasierten Marktanalysen schil­dert der Autor per­sön­li­che Er­fah­run­gen, wie etwa das Ver­schwin­den ei­ge­ner Re­dak­tio­nen, die in­nere Zer­ris­senh­eit ei­nes Be­rufs­stands im Wür­ge­griff der Macht. Er zeigt auf, mit wel­chen Mit­teln eine Macht, die keine Gren­zen mehr kennt, kri­ti­sche Stim­men zum Ver­stum­men bringt: von poli­ti­schem Druck über fi­nan­ziel­le Er­pres­sung und Ein­schüch­te­rung bis hin zu ei­nem Netz­werk von loya­len Funk­tio­nä­ren, zy­ni­schen Profi­teu­ren und aus­län­di­schen Eigen­tümern, die ihre Ver­ant­wor­tung leicht­fer­tig ab­geben. Die­ses Buch er­scheint als ein­dring­li­che War­nung an alle, die an Demo­kra­tie und freie Öf­fent­lich­keit glauben.

Über den Autor

Àkos Tóth, Jahr­gang 1968, ge­bo­ren in Un­garn. Er ist Jour­na­list, Redak­teur, ver­hei­ratet. Er war Res­sort­lei­ter und spä­ter stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur der größ­ten un­ga­ri­schen Tages­zei­tung Népszabadság, an­schlie­ßend Chef­redak­teur der Wochen­zei­tung 168 Óra. Er ist Grün­dungs­redak­teur der Online-Zeit­schrift Jelen. Er ist Trä­ger zahl­rei­cher Aus­zeich­nun­gen, da­run­ter meh­re­re Népszabadság-Preise, der Bossányi-Preis, der Preis der Freien Pres­se so­wie der Táncsics-Preis. Ge­mein­sam mit dem Poli­to­lo­gen Zoltán Lakner ist er Mit­autor der Bände „Rendszerváltás“ (Die Wende) und „Volna itt egy ország“ (Es gäbe hier ein Land). Unter an­de­rem war er Heraus­geber des Ban­des „Frontsebészet“ (Front­chirur­gie), der die Re­gie­rungs­zeit des ehe­ma­li­gen Premier­minis­ters Gordon Bajnai auf­ar­bei­tet. Heute lebt er in Budapest.

Pressestimmen

Auszug aus der Kolumne von Prof. Paul Lendvai: "Gleich­zei­tig er­scheint die­ser Tage eine um­fas­sende und in die­ser Art bei­spiel­lose "Insider­chro­nik der ge­ziel­ten Über­nah­me un­ab­hän­gi­ger Me­dien in Ungarn" in deut­scher Spra­che, ver­fasst von dem füh­ren­den Jour­na­lis­ten Àkos Tóth, glän­zend über­setzt von Eva Zador und heraus­ge­ge­ben von dem deut­schen "Wahr­heits­perlen­ver­lag". Sie zeigt, dass das Schick­sal des "Klub­rádiós" nur die Spit­ze des Eis­ber­ges dar­stellt. Tóth war stell­ver­tre­ten­der Chef­redak­teur der links­libe­ra­len Tages­zei­tung Népszabadság und Chef­redak­teur der un­ab­hän­gi­gen Wochen­zei­tung 168 Óra. Beide Blät­ter wur­den im Zuge der Orbán­schen Flur­be­rei­ni­gung li­qui­diert. Dank sei­ner Kennt­nisse und Er­leb­nisse kann er die Sta­tionen der Ent­ste­hung des von der Re­gie­rung und ihres nahe­ste­hen­den Oli­garchen kon­trol­lier­ten un­ga­ri­schen Me­dien­rei­ches span­nend wie ei­nen Detek­tiv­roman be­schrei­ben. Das Buch Nach der Erobe­rung – Wie Auto­kra­ten Me­dien kon­trol­lie­ren zeigt die of­fi­ziel­le Heuche­lei vor dem Vor­hang und die bru­ta­le Ab­rech­nung mit un­bot­mä­ßi­gen Re­dak­teuren hin­ter den Kulis­sen. Es sollte als Pflicht­lek­türe zum Ver­ständ­nis der Ge­fahren die­nen, die auch im Wes­ten die Medien­frei­heit be­drohen." (Der Standard, 03.03.2026)

Leseprobe ->

Posted by Wilfried Allé Wednesday, March 4, 2026 4:47:00 PM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft/Politik
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BLACKOUT - Morgen ist es zu spät 

Premiumausgabe
Roman - Der spannendste Wissenschaftsthriller und Megabestseller jetzt als Premiumausgabe – mit einer exklusiven Kurzgeschichte von Marc Elsberg und weiteren Extras!

ISBN: 9783764507947
Genre: Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 25.10.2021
Umfang: 896 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 25,70
Kurzbeschreibung des Verlags

Der Megaseller als Premium­aus­gabe mit vie­len Ex­tras und einer ex­klu­si­ven Kurz­ge­schichte, die 10 Jahre nach dem to­ta­len Black­out beginnt ...

Immer wieder kommt es vor: Es gibt einen Strom­aus­fall, und plötz­lich geht nichts mehr. Meist kommt der Strom nach eini­ger Zeit wie­der und al­les ist gut. Was, wenn das mal nicht so wäre? Marc Els­berg hat das Sze­na­rio in ei­nem atem­be­rau­ben­den Thril­ler aus­ge­malt und da­mit be­reits Mil­lio­nen Leser­*innen be­geis­tert. Fast 200 Wochen stand der Thril­ler auf der SPIEGEL-Best­sel­ler­liste. Von Bild der Wis­sen­schaft zum span­nends­ten Wis­sens­buch ge­kürt, von der Presse hoch­ge­lobt und jetzt auch noch mit Moritz Bleib­treu in der Haupt­rolle als Serie ver­filmt.

Blackout ist ein Phänomen und das schon seit fast zehn Jahren
– Grund genug es als aufwändig aus­ge­stat­tete Pre­mium­aus­gabe zu ver­öf­fent­li­chen. Ex­per­ten wie Ranga Yogesh­war, oder der Prä­si­dent des Bun­des­amtes für Be­völ­ke­rungs­schutz und Katas­trophen­hilfe Armin Schuster mel­den sich zu Wort. In ei­nem Inter­view mit Marc Els­berg und den Machern der Block­buster­serie kön­nen wir von den Pro­ble­men le­sen, die die Ver­fil­mung in Zei­ten von Coro­na be­rei­tet hat. Ex­klu­sive Bil­der aus der Serie fin­det man hier eben­so wie ein paar Re­zep­te für den nächs­ten Black­out. Und eine ex­klu­si­ve Kurz­ge­schichte, die er­zählt, wie es weiter­geht …

„800 Thriller-Seiten vom Feinsten, auf denen Els­berg es ver­steht, ein er­schre­cken­des und er­schre­ckend rea­lis­ti­sches Bild eines Black­outs zu zeichnen.“ ntv.de

Lesen Sie auch den aktuellen Thriller von Marc Els­berg: °C - Celsius! Ein Klima­thril­ler, der alles auf den Kopf stellt.

Über den Autor

Der Meister des Science-Thril­lers, Marc Els­berg, wurde 1967 in Wien ge­bo­ren, ar­bei­te­te als Stra­te­gie­be­ra­ter und Krea­tiv­direk­tor für Wer­bung in Wien und Ham­burg so­wie als Kolum­nist. Sein ers­ter Roman "Black­out" avan­cier­te schlag­ar­tig zum Best­sel­ler und war über 194 Wo­chen auf der SPIEGEL-Best­sel­ler­liste zu fin­den. Mit "Zero" und "Helix" konnte der Schrift­stel­ler an den Debüt-Er­folg an­knüp­fen. Zu­letzt er­schie­nen die bei­den Thril­ler "Gier" sowie "Der Fall des Prä­si­den­ten", wel­cher mit dem Ebner-Stolz-Wirt­schafts­krimi­preis aus­ge­zeich­net wurde. 2021 wer­den mit "Black­out" und "Zero" gleich zwei von Els­bergs Best­sel­lern im deut­schen Fern­sehen aus­ge­strahlt. Marc Els­berg lebt und ar­beitet in Wien.

Posted by Wilfried Allé Monday, March 2, 2026 10:06:00 AM Categories: Belletristik/Krimis Spionage Thriller
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Muskismus 

Aufstieg und Herrschaft eines Technoking

Technologie, Macht und Größenwahn – wie Elon Musk die Demokratie herausfordert
von Quinn Slobodian, Ben Tarnoff

ISBN: 9783518001318
Reihe: edition suhrkamp
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Verlag: Suhrkamp
Übersetzung: Stephan Gebauer
Erscheinungsdatum: 18.02.2026
Umfang: 281 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 22,70
Kurzbeschreibung des Verlags

Wie wurde aus dem genia­lischen Nerd eine ket­ten­sä­gen­schwin­gende Ikone der glo­ba­len Rechten?

Mit Paypal hat Elon Musk die Finanz­branche auf­ge­mischt, mit Tesla den Markt für E-Autos re­vo­lu­tio­niert, nach sei­ner Über­nahme Twitter kurzer­hand auf rechts ge­dreht. Im US-Wahl­kampf 20204 schwang er sich zu ei­nem der wich­tigs­ten Ein­flüs­te­rer Donald Trumps auf, an­schlie­ßend mach­te er sich mit sei­ner Ab­tei­lung für Re­gie­rungs­ef­fi­zienz (DOGE) da­ran, den ame­ri­ka­ni­schen Staat zu zerlegen.

Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine ketten­sä­gen­schwin­gende Ikone der glo­ba­len Rech­ten? Um die Welt zu be­grei­fen, die Musk er­schafft, müs­sen wir die Wel­ten ver­ste­hen, die Musk er­schaf­fen haben. Quinn Slo­bo­dian und Ben Tar­noff zeich­nen nach, wie sich im Si­li­con Val­ley um die Vor­stel­lun­gen von Dis­rup­tion und toll­küh­nen CEOs ein regel­rech­ter Kult bil­dete, wie so­zia­le Me­dien und Video­spiele die Er­zäh­lung vom hel­den­haf­ten Ein­zel­gän­ger eta­blier­ten und wie ras­sis­ti­sche Memes und Ver­schwö­rungs­theo­rien Ein­gang fan­den in die Ge­dan­ken­welt des reichs­ten Men­schen der Erde. Der Mus­kis­mus, so Slo­bo­dian und Tar­noff, ist ein franken­stein­sches Mons­ter des zeit­ge­nös­si­schen Kapi­ta­lismus.

Posted by Wilfried Allé Thursday, February 26, 2026 10:23:00 AM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft
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World Wide Rechts 

Rechtsextremismus auf Social Media

von Zoe Mittag

ISBN: 9783769389074
Genre: Politikwissenschaft/Politische Theorien, Ideengeschichte
Verlag: BoD – Books on Demand
Sammlung: Demokratiefeindlichkeit im Netz
Erscheinungsdatum: 31.03.2025
Umfang: 160 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 20,50
Kurzbeschreibung des Verlags

In einer Zeit, in der soziale Medien die poli­ti­sche Land­schaft ra­di­kal ver­än­dern, be­leuch­tet die­ses Buch die be­un­ruhi­gende Rol­le von Platt­for­men wie Face­book, Insta­gram, Tik­tok und Tele­gram in der Ver­brei­tung rechts­ex­tre­mis­ti­scher Ideo­lo­gien. Die "Neue Rechte" hat So­cial Me­dia zu ei­ner mäch­ti­gen Waf­fe ge­macht, um Des­in­for­ma­tion zu ver­brei­ten, Ängste zu schü­ren und poli­ti­sche Geg­ner zu dis­kre­di­tieren.

Das Buch analysiert, wie gezielte Mobi­li­sie­rungs­stra­te­gien, emo­tio­nale Mani­pu­la­tion und sub­tile In­flu­en­cer-Kom­mu­ni­ka­tion ge­nutzt wer­den, um ex­tre­mis­ti­sche Ideo­lo­gien zu nor­ma­li­sie­ren. Es er­klärt die psy­cho­lo­gi­schen Me­cha­nis­men hin­ter der An­zie­hungs­kraft sol­cher Ideo­lo­gien und zeigt auf, wie Al­go­rith­men und Fil­ter­bla­sen diese Dy­na­mik ver­stärken.

Neben der umfassenden Analyse der Proble­matik bie­tet das Buch Hand­lungs­em­pfeh­lun­gen: von der För­de­rung von Me­dien­kom­pe­tenz über die Re­gu­lie­rung von So­cial-Media-Platt­for­men bis hin zur Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Zi­vil­ge­sell­schaft und Tech­no­lo­gie­unter­nehmen.

Ein unverzichtbarer Leitfaden für alle, die die Heraus­for­de­run­gen der digi­ta­len Mei­nungs­bil­dung ver­ste­hen und ak­tiv Lö­sun­gen fin­den möch­ten - ob in der poli­ti­schen Bil­dung, Me­dien­wis­sen­schaft oder im per­sön­li­chen Enga­ge­ment ge­gen Ex­tre­mismus.

Perfekt für Leser:innen, die sich für politische Kommuni­ka­tion, digi­tale Me­dien und die Ge­fah­ren von Des­in­for­ma­tion inter­es­sieren.

Posted by Wilfried Allé Monday, February 23, 2026 10:03:00 AM Categories: Ideengeschichte Politikwissenschaft/Politische Theorien
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Ich bin der Meinung ... 

Bruno Kreisky - Sprüche und Widersprüche

Herausgegeben von Wolfgang Petritsch

ISBN: 9783800077229
Genre: Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire/Humor, Satire, Kabarett
Verlag: Carl Ueberreuter Verlag
Illustrationen: Michael Pammesberger
Sammlung: Bruno Kreisky
Erscheinungsdatum: 11.02.2019
Umfang: 80 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 10,00
Kurzbeschreibung des Verlags

Bruno Kreisky hat wie kein anderer Staats­mann die Zwei­te Re­pub­lik ge­prägt. Sein poli­ti­sches Wir­ken als Staats­sekre­tär, Außen­mi­nis­ter, SPÖ-Vor­sit­zen­der und schließ­lich als Bun­des­kanz­ler von 1970 bis 1983 hat Öster­reich von Grund auf ver­än­dert und mo­der­ni­siert. Kreiskys ak­tive Neu­tra­li­täts­poli­tik in Zei­ten des Kal­ten Krieges hat ihm weit über Öster­reichs Gren­zen hi­naus An­er­ken­nung ge­bracht.
Legendär waren seine intel­lek­tuel­le und rhe­to­ri­sche Bril­lanz und der gran­telnde Humor. Sein lang­jäh­riger Mit­ar­bei­ter Wolf­gang Petritsch hat für die­sen Band Kreiskys Sprü­che – oft­mals durch­aus wider­sprüch­lich for­mu­liert – aus­ge­wählt und kom­men­tiert.

Posted by Wilfried Allé Tuesday, February 17, 2026 10:38:00 AM Categories: Belletristik/Comic Cartoon Humor Kabarett Satire/Cartoons
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Licht, Luft und Schatten 

Wiener Gemeindebauten in Austrofaschismus und Nationalsozialismus

von Claudia Kuretsidis-Haider

ISBN: 9783205223122
Genre: Geschichte
Verlag: Böhlau Wien
Erscheinungsdatum: 19.01.2026
Herausgegeben von: Claudia Kuretsidis-Haider
Umfang: 440 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 57,00
Kurzbeschreibung des Verlags

Die Wiener Gemeinde­bauten waren in der Zwischen­kriegs­zeit des 20. Jahr­hun­derts eines der bahn­brechen­den Pro­jekte der so­zial­demo­kra­ti­schen Woh­nungs- und So­zial­poli­tik. Der Sam­mel­band schlägt eine Brücke vom Aus­tro­fa­schis­mus bis zum Ende der NS-Herr­schaft. Nach Über­blicks­dar­stel­lungen zur Ge­schichte des Ge­mein­de­baus in Wien, zu per­so­nel­len Brü­chen und Kon­ti­nui­tä­ten zwi­schen den bei­den Dik­ta­tu­ren und zu Fra­gen des Mie­ter­schut­zes wid­men sich meh­re­re Bei­trä­ge an­hand von aus­ge­wähl­ten Ge­mein­de­bau­ten dem Schick­sal der dort le­ben­den Men­schen, die als Juden­*Jüdin­nen ver­folgt und ge­kün­digt bzw. auf­grund ihres wider­stän­di­gen Ver­hal­tens Opfer poli­zei­li­chen und juris­ti­schen Un­rechts wur­den. Bio­gra­fien von ver­folg­ten Män­nern, Frauen und Kin­dern schlie­ßen den Band ab, gleich­sam als „Ge­denk­buch“ für die Opfer von Ge­walt und Ter­ror in den Ge­mein­de­bauten.

Kurzvideo von der Buchpräsentation ->

Posted by Wilfried Allé Tuesday, February 10, 2026 9:04:00 AM Categories: Geschichte
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Sprachmaschinen 

Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz

von Roberto Simanowski

Reihe: Beck Paperback
ISBN: 9783406837531
Genre: Sachbücher/Philosophie, Religion
Verlag: C.H.Beck
Erscheinungsdatum: 07.10.2025
Sammlung: KI und ihre Auswirkungen
Umfang: 288 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 23,70
Kurzbeschreibung des Verlags

Wenn Rechner denken - Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz

Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vor­nehms­ten und wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten des Men­schen: Sie er­mögl­icht es, eine ganze Welt zu er­schlie­ßen, auch die in­tims­ten Ge­dan­ken zu ar­ti­ku­lie­ren, sich über Wert­vor­stel­lun­gen zu ver­stän­di­gen und ist ent­schei­dend für die be­son­dere Frei­heit und Sou­ve­rä­ni­tät, mit de­nen Men­schen ihr Leben füh­ren. Was aber ge­schieht, wenn wir uns von ei­ner Sprach­ma­schine die Welt er­klä­ren, Werte ver­mit­teln und das Den­ken ab­neh­men las­sen? Der Me­dien­philo­soph und Inter­net­ex­perte Ro­ber­to Sima­nowski will es ge­nau­er wis­sen und be­gibt sich auf die Suche nach den atem­be­rau­ben­den Kon­se­quen­zen des gro­ßen Sou­ve­rä­ni­täts­trans­fers, der ge­rade im Gange ist.

Jede Technik hat die Macht, ihren ahnungs­losen Nut­zern die ei­gene Lo­gik auf­zu­drän­gen. Ge­wöh­nen uns ChatGPT, Gemini und an­dere Chat­bots das Le­sen, Schrei­ben und Den­ken ab? Über­re­den sie uns zu An­sich­ten, die wir gar nicht ha­ben? Ent­mün­di­gen sie uns ge­rade da­durch, dass sie uns so eif­rig zu Diens­ten sind? Und wer hat ei­gent­lich in wes­sen Auf­trag die Sprach­ma­schi­nen er­zo­gen? Sima­nows­ki geht die­sen und wei­te­ren Fra­gen nach mit dem philo­so­phi­schen Ge­spür da­für, wie die neue Tech­nik die Si­tua­tion des Men­schen sub­til, aber enorm fol­gen­reich ve­rän­dern wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025

Die bislang schlüssigste philo­so­phi­sche Stu­die über KI legt laut Re­zen­sent Andrian Kreye Roberto Sima­nowski hier vor. Der Me­dien­phi­lo­soph lässt die ge­samte philo­so­phi­sche Tra­di­tion auf die neue Tech­no­lo­gie los und zwar ge­nau zur rich­ti­gen Zeit, meint Kreye, sind ChatGPT und Co doch gerade dabei, die Grenzen zwischen Menschlichem und Technischem zu verunklaren. Das Fazit, auf das Simanowskis Buch hinaus läuft ist bitter: Com­pu­ter mö­gen zwar die erste Uni­ver­sal­spra­che der Mensch­heits­ge­schichte her­vor­ge­bracht ha­ben, aber die KI sorgt da­für, dass die Men­schen das Den­ken ver­lernen. Ge­nauer ge­sagt wird es ih­nen, wie Kreye Sima­nows­kis an Mc­Luhan ge­schul­tes Ar­gu­ment wie­der­gibt, ab­ge­nom­men wie ein ampu­tier­tes Kör­per­teil - wo­bei die KI eben ge­rade noch nicht kör­per­lich agiert, son­dern auf dem Schlacht­feld der Spra­che. Sima­nowski legt laut Kreye wert auf die Fest­stel­lung, dass die KI die kör­per­lichen, sinn­li­chen As­pekte des Mensch­seins nicht be­grei­fen kann, dass sie aber gleich­zei­tig Dank de­rer, die sie pro­gram­mie­ren, Ideo­lo­gie - ob Mar­ke woke, Mar­ke Musk oder Mar­ke Putin - trans­por­tiert. Ge­rade die ver­meint­li­che Ein­fach­heit der Such­ma­schi­nen, die ver­birgt, dass hin­ter ihnen nur kal­te Mathe­ma­tik steckt, ist Kreye zu­folge dem Au­tor ver­däch­tig. Am Ende die­ses Buches, das Kreye sehr gerne ge­le­sen hat, ruft Sima­nowski gar zum pro­le­ta­ri­schen Wider­stand der Men­schen ge­gen ihre neuen Ma­schi­nen­herren auf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025

Rezensent Helmut Mayer emp­fiehlt den Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Robert Sima­nowski als kom­pe­ten­ten Füh­rer durch die Welt der Sprach­ma­schi­nen. Ihm ge­fällt, dass sich Sima­nowski we­der auf die über­zo­ge­nen Er­war­tun­gen der Tech-Opti­mis­ten noch auf die be­müh­ten Angst­sze­na­rien ein­lässt, son­dern der mathe­ma­ti­schen Na­tur der Large Lan­guage Mo­dels auf den Grund geht und Fra­gen von Autor­schaft und Ent­mün­di­gung ver­han­delt. An­ge­sichts des be­vor­ste­hen­den Sou­ve­rä­ni­täts­trans­fers fin­det Mayer auch rich­tig, dass Sima­nowski die Sprach­ma­schi­nen vor al­lem als ei­nen "Um­schlag­platz von Wer­ten" be­han­delt. Die philo­so­phi­schen Ex­kurse zu Heideg­ger und Witt­gen­stein fin­det der Rezen­sent am Ende etwas un­er­giebig, aber den Hin­weis auf Hegels Herr-Knecht-Dia­lek­tik nimmt er gern mit.

Posted by Wilfried Allé Wednesday, February 4, 2026 9:26:00 AM Categories: Religion Sachbücher/Philosophie
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Politische "Klassiker" der Neuen Rechten 

Antidemokratische Denker aus der Weimarer Republik

von Armin Pfahl-Traughber

ISBN: 9783801206789
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
Verlag: Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH
Erscheinungsdatum: 07.10.2025
Umfang: 208 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 20,60
Kurzbeschreibung des Verlags

Einflussreiche anti­demo­kra­ti­sche Den­ker gab es be­reits in der Wei­ma­rer Repu­blik. Da­zu ge­hör­ten Edgar Julius Jung und Ernst Jünger, Arthur Moel­ler van den Bruck und Ernst Nie­kisch, Carl Schmitt und Os­wald Speng­ler. Trotz man­cher ideo­lo­gi­scher Dif­fe­ren­zen – agi­tiert ge­gen die li­be­rale Demo­kra­tie ha­ben sie alle. Auf­klä­rung und Indi­vi­dua­li­tät, Men­schen­rechte und Plu­ra­lis­mus lehnte man mit großer Wort­gewalt ab. Auch heute noch gibt es An­hän­ger die­ser "Klas­siker", ins­be­son­dere bei den intel­lek­tuel­len Rechts­ex­tre­mis­ten der Neuen Rech­ten. Blickt man auf die Auto­ren, of­fen­ba­ren sich anti­demo­kra­ti­sche Ge­sin­nun­gen, frei nach dem Mot­to: "Sage mir, auf wen Du dich be­rufst und ich sage Dir, wo Du stehst."
Auch auf die AfD wir­ken die er­wähn­ten »Klas­siker« und fin­den dort ideo­lo­gi­sche und poli­ti­sche Zu­stim­mung. Ihr auto­ri­tä­res Ge­dan­ken­gut kann so auch hun­dert Jahre spä­ter noch seine anti­demo­kra­ti­sche Rele­vanz ent­fal­ten. Man sollte da­her diese ideo­lo­gi­schen Auf­fas­sun­gen ken­nen und sie einer kri­ti­schen Re­fle­xion unterziehen.

FALTER-Rezension

Das Denken der Rechten

Robert Misik in FALTER 5/2026 vom 28.01.2026 (S. 23)

Eine neue Generation von Neo­nazis ist ent­stan­den, zu­gleich hat sich ein Mi­lieu der radi­ka­len Neuen Rech­ten ver­här­tet, das im­mer stär­ker in die FPÖ hi­nein­wirkt - das hat ge­rade der ak­tuel­le "Rechts­ex­tre­mis­mus­be­richt" im Auf­trag von Innen-und Jus­tiz­minis­te­rium ver­deut­licht. Ins­be­son­dere die Netz­wer­ke der Neuen Rech­ten sind von Den­kern ge­prägt, die in den Zwan­zi­ger­jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts und hier vor al­lem in der Wei­ma­rer Repu­blik schon große Num­mern wa­ren und spä­ter dann vor al­lem in oder im Umf­eld der NSDAP lan­de­ten. Armin Pfahl-Traugh­ber, seit Jahr­zehn­ten der Ex­perte für die ultra­rechte Szene schlecht­hin, hat nun in ei­nem lesens­wer­ten Band "Poli­ti­sche 'Klas­si­ker' der Neuen Rech­ten" por­trä­tiert. Wer ver­ste­hen will, auf wel­che "Den­ker" sich die neue Rech­te be­zieht, fin­det hier einen ex­zel­len­ten Über­blick.

Da geht es von Arthur Moeller van den Bruck, des­sen Diktum lau­tete, "an Libe­ra­lis­mus ge­hen die Völ­ker zu Grunde", über Os­wald Speng­ler ("Unter­gang des Abend­lan­des") und dem "Natio­nal­bol­sche­wiken" Ernst Nie­kisch bis zu den bei­den Säulen­hei­li­gen der Neuen Rech­ten, Carl Schmitt und Ernst Jün­ger. Schmitt, bril­lan­ter Ju­rist, war von Be­ginn an ein ord­nungs­fana­ti­scher An­häng­er auto­ri­tä­ren Re­gie­rens und wurde nach Hit­lers Macht­über­nahme "Kron­jurist" der Nazis ge­nannt. "Der Füh­rer schützt das Recht", legi­ti­mierte er noch schlimms­ten Macht­miss­brauch. Heute zählt Schmitt zur Stan­dard­lek­türe der US-Rech­ten, Peter Thiel nennt sich Schmit­tia­ner. Jün­ger wie­de­rum, spä­ter auch in der Bun­des­repu­blik ver­ehrt, star­te­te seine Kar­rie­re beim Völ­ki­schen Beo­bach­ter. Seine Ar­bei­ten fei­erten Sol­da­ten­tum, Krieg, das Ver­we­gene, prie­sen das Harte, ver­ach­te­ten die Ver­weich­li­chung. Hass auf "den Wes­ten", Liebe zur "Tiefe" der deut­schen Kul­tur, teil­weise "Russo­philie", Ver­ach­tung von Demo­kra­tie und Sehn­sucht nach Cäsa­ris­mus, Fas­zi­na­tion von Ge­walt - all das ver­bin­det die he­tero­genen Ge­währs­leute der Neuen Rechten.

Posted by Wilfried Allé Friday, January 30, 2026 1:20:00 PM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft/Politik
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Unverdiente Ungleichheit 

Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann

von Martyna Linartas

ISBN: 9783498007355
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 15.04.2025
Umfang: 320 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 24,70
Kurzbeschreibung des Verlags

In kaum einem anderen westlichen Land ist Ver­mö­gen so un­gleich ver­teilt wie in Deutsch­land. Die Schere geht im­mer wei­ter auf – auf­grund stei­gen­der Mie­ten und Le­bens­mit­tel­preise, weil heut­zu­tage je­der Paket­zu­stel­ler pro­zen­tual mehr von sei­nem Lohn ab­gibt als ein Mil­liar­där, aber auch, weil Steu­ern auf Ver­mö­gen run­ter­ge­schraubt wer­den und die Rei­chen un­auf­hörl­ich rei­cher wer­den. Die­se Un­ge­rech­tig­keit ist ge­sell­schaft­li­ches Dyna­mit. Reich­tum durch Ar­beit? Fast un­mög­lich. Je­der ist sei­nes Glückes Schmied? Nur im Mär­chen. Deutsch­land ist zu ei­ner Ge­sell­schaft ver­kom­men, in der Reich­tum in der Fa­mi­lie bleibt.

Martyna Linartas seziert in ihrer hell­sich­ti­gen und fun­dier­ten Ana­ly­se das po­li­ti­sche Tabu­thema un­se­rer Zeit: Dass wir die Rei­chen nicht be­steu­ern, ge­fähr­det un­se­ren Wohl­stand, un­se­re Um­welt und un­se­re Demo­kra­tie. Sie schöpft aus ex­klu­si­ven Inter­views mit der mäch­ti­gen Wirt­schafts­elite über Un­gleich­heit und das Zu­sam­men­spiel von Wirt­schaft und Poli­tik, zeigt im his­to­ri­schen Auf­riss, wie eine Be­steu­e­rung von Über­rei­chen funk­tio­nie­ren kann, und gibt uns al­le Ar­gu­men­te an die Hand, um jetzt zu handeln.

FALTER-Rezension

Georg Renöckl in FALTER 33/2025 vom 13.08.2025 (S. 28)

Lidl-Boss Dieter Schwarz besitzt über 40 Mil­li­ar­den Euro. Um das mit ei­nem Mo­nats­ge­halt von ei­ner Mil­lion zu ver­die­nen, bräuchte man 3400 Jahre.
Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas spricht hier von "Über­reich­tum". Durch ih­ren poli­ti­schen Ein­fluss zah­len Über­rei­che viel weni­ger Steu­ern als Nor­mal­ver­die­ner, durch Ren­di­ten ver­dop­peln sie ihr Ver­mö­gen locker alle zehn Jah­re. Ver­mö­gen wird in Deutsch­land und wohl auch in Öster­reich nicht er­ar­bei­tet, son­dern ver­erbt. Bil­dung kann die un­gleich ver­teil­ten Chan­cen längst nicht mehr aus­glei­chen. Für die Auto­rin gibt es nur eine Lö­sung: Über­rei­che müs­sen an­ge­mes­sene Ver­mö­gens- und Erb­schafts­steu­ern be­zah­len. Die jüngs­ten glo­ba­len Ent­wick­lun­gen unter­stüt­zen ihre These, wo­nach un­sere Demo­kra­tien an­dern­falls zur Farce verkommen.

Posted by Wilfried Allé Thursday, January 22, 2026 10:15:00 AM
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