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Ein CO2-Preis für den Klimaschutz 

Eine eigene Steuer hätte mehr Vorteile als ein Handelssystem für Treibhausgasemissionen

von Franz Nauschnigg, 24.01.2020

Franz Nauschnigg war bis bis zu seiner Pensionierung im Mai 2019 Abteilungs­leiter für Inte­grations­angelegen­heiten und Inter­natio­nale Finanz­organi­sationen in der Oester­reichischen National­bank (OeNB). In den 1990er Jahren beriet er die Finanz­minister Andreas Stari­bacher, Viktor Klima und Rudolf Edlinger.

https://www.wienerzeitung.at/meinung/gastkommentare/2047237-Ein-COsub2-sub-Preis-fuer-den-Klimaschutz.html?em_no_split=1

Die Einführung eines CO2-Preises hätte gleich mehrere posi­tive Effekte: Er würde klima­schädliche Güter teurer machen und da­durch deren Konsum re­du­zieren. Außer­dem würden öko­lo­gischere Alter­na­tiven kon­kurrenz­fähiger werden. Ein­nahmen könnten direkt in öko­logische Maß­nahmen - wie den Aus­bau des öffent­lichen Ver­kehrs - in­ves­tiert wer­den. Eine Zu­satz­be­lastung ein­kommens­schwacher Haus­halte könnte durch einen Öko-Bonus und die För­derung der Be­nut­zung des öffent­lichen Ver­kehrs, durch niedri­gere Ab­gaben auf den Fak­tor Ar­beit oder durch Sen­kung re­gres­si­ver Ab­gaben wie der Öko­strom­ab­gabe ab­ge­fe­dert wer­den.

Ein CO2Preis könnte durch eine CO2-Steuer oder CO2-Handels­system erreicht werden. Ich habe mich schon in der Oester­reichischen National­bank mit dem Thema be­schäf­tigt, noch be­vor in den ver­gan­genen Jahren die Dis­kussion zu "Green Finance" - was der Finanz­sek­tor zur Klimarettung betragen kann - an Aktualität gewann. Bereits 2013 argumentierte ich in einem Beitrag zum Buch "Powerlines - Energiepolitische Entwicklungslinien Euro­pas" für eine CO2-Steuer statt eines CO2-Handels­systems, ver­bunden mit Grenz­aus­gleichen.

Eine EU-weite CO2-Steuer - aber keine un­differen­zierte

Jetzt arbeite ich in der "Task Force on Carbon Pricing in Europe", die sich unter der Lei­tung des ehe­maligen Französischen Finanz­minis­ters Edmond Alphandéry für einen CO2-Preis in Eu­ro­pa ein­setzt und auch mit anderen Gruppen etwa in China zu­sammen­ar­beitet, um dieses Ziel zu er­reichen. Nach Kon­ferenzen in Paris und Berlin wird die Task Force nun auch in Wien eine öffent­liche Panel­dis­kussion ab­halten, und zwar am 27. Jänner ab 17 Uhr im Haus der Eu­ro­päischen Union. Dabei wird es um einen CO2-Preis in Europa und Grenz­aus­gleiche gehen. Die Task Force strebt einen CO2-Preis an und ist neu­tral, ob dieser durch eine CO2-Steuer oder ein CO2-Handels­system erreicht wird.

Ich persönlich sehe mehr Vor­teile in einer CO2-Steuer als in einem CO2-Handels­sys­tem, weil sie fair, ein­fach, trans­pa­rent und sta­bil wäre. Durch eine CO2-Steuer würden die Preise für fos­sile Ener­gien er­höht und da­durch deren nega­tive Ex­ter­nali­täten be­kämpft. Sie würde den In­ves­toren in Energie­sys­teme eine lang­fris­tige Planung der Kosten er­lauben. Eine CO2-Steuer sollte idealer­weise EU-weit ein­ge­führt wer­den. Sollte dies nicht mög­lich sein, könnte Öster­reich, so wie bei der Finanz­trans­aktions­steuer, mit gleich­gesinnten EU-Län­dern voran­gehen oder sogar eine Vor­reiter­rolle ein­nehmen.

Eine undifferenzierte EU- oder öster­reichische CO2-Steuer würde aller­dings nur die euro­päischen beziehungs­weise öster­reichischen Ex­porte be­lasten, die Im­porte nicht belasten und im End­effekt, wie das CO2-Handels­system der EU, zur Ver­lagerung der Pro­duk­tion ins Aus­land führen. Die Ein­führung einer Steuer auf CO2-Emis­si­onen muss daher mit einem Er­stattungs- und Ab­schöpfungs­system an der EU-Außen­grenze kom­bi­niert werden. Die Steuer sollte in der Größen­ord­nung von 30 Euro je Tonne liegen, mit einer Steige­rung um zum Bei­spiel 4 bis 6 Euro jähr­lich, um lang­fris­tige Planungs­sicher­heit zu geben. Auch die anderen Treib­haus­gase sollten, wenn mög­lich, mit ihren CO2-Äqui­va­lenten be­steuert werden.

Ökostromabgabe und Lohnnebenkosten senken

Die CO2-Steuer muss durch ein Er­stattungs­sys­tem für Ex­porte und ein Ab­schöpfungs­sys­tem für Im­porte er­gänzt werden. Ein der­artiges Sys­tem hat vor dem öster­reichischen EU-Bei­tritt für Agrar­pro­dukte gut funk­tio­niert, auch bei der Mehr­wert­steuer existieren derartige Systeme, Einfuhrumsatzsteuer beziehungsweise Erstattung der bezahlten Umsatzsteuer beim Export. Dadurch würde die internationale Wett­be­werbs­neutra­li­tät einer CO2-Steuer her­ge­stellt und eine Ver­la­gerung der Pro­duk­tion ins Aus­land ver­hin­dert. Die Regeln der Welt­handels­or­gani­sation (WTO) er­lauben es, Kon­sum­steuern auch auf Im­porte, etwa in Form einer Ein­fuhr­um­satz­steuer, ein­zu­heben, um Wett­be­werbs­neu­tralität zwi­schen hei­mi­schen Pro­du­zen­ten und Im­porten her­zu­stellen. So konnte ich in den 1980er Jahren im Kabinett von Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Erich Schmidt meine GATT-Kennt­nisse nutzen, um die Rahmen­be­din­gungen für eine För­derung der Öl­saaten­pro­duk­tion in Öster­reich zu schaf­fen, was zu einer Ex­plo­sion der Öl­saaten­pro­duktion führte. Nach dem Muster des Finanz­sek­tors könnte die EU jenen Län­dern, die einen ver­gleich­baren CO2-Peis be­sitzen, Äqui­va­lenz ge­währen, wo­durch für Ex­porte aus diesen Län­dern keine Grenz­aus­gleiche an den EU-Außen­grenzen er­forder­lich wären.

Die Einnahmen könnten zur Senkung re­gres­siver Ab­gaben wie der Öko­strom­ab­gabe - der Zu­schlag zum Strom­preis be­las­tet vor allem ärmere Haus­halte, weil viele andere Be­reiche be­freit sind - oder der Lohn­neben­kos­ten ver­wendet werden. Letzteres durch Ab­schaffung des Wohn­bau­förderungs­bei­trages würde zu mehr Be­schäf­tigung und ge­ringerer Arbeits­losig­keit führen. Die OECD kommt zum Schluss, dass eine Sen­kung der Lohn­neben­kosten zu mehr Be­schäf­tigung ins­be­sondere bei ge­rin­ger quali­fi­zier­ten Arbeit­nehmern führt. Die Sen­kung der Lohn­neben­kosten um 10 Pro­zent könnte die Arbeits­losig­keit um 2,8 Pro­zent­punkte sen­ken. Auch der IWF plä­diert seit Jahren für Ener­gie­steuer­er­höhungen.

Klimaschutz darf nicht die Un­gleich­heit er­höhen

Der Anstieg der Energie­preise würde zu Sub­sti­tutions­effekten und einer Re­duktion der Energie­inten­sität führen, wie wir es schon nach den Öl­krisen der 1970er und 1980er Jahre er­lebten. Ein Bei­spiel dafür sind die Steuern auf Treib­stoffe, die in der EU wesent­lich höher sind als in den USA. Dies hat dazu ge­führt, dass der Fahr­zeug­bestand in der EU wesent­lich energie­effi­zien­ter ist als in den USA.

Der Klima­schutz ist so zu ge­stal­ten, dass er die Un­gleich­heit nicht er­höht, sonst droht ein Backlash wie in Frank­reich. Ein nega­tives Bei­spiel ist die Öko­strom­ab­gabe zur Fi­nan­zierung der Öko­strom­er­zeugung, die den Strom­preis, die Un­gleich­heit (ärmere Kon­su­menten werde be­lastet, Pro­du­zenten kas­sieren hohe Ren­diten) und den CO2-Aus­stoß (die Eisen­bahn büßt Wett­bewerbs­fähig­keit gegen­über dem Lkw ein) er­höht. Wir brauchen einen ge­rechten Über­gang, der die Kosten nicht wieder vor allem den ärmeren Kon­su­menten auf­bürdet.

 

 

Kommentare

saubertl 25.01.2020, 11:50 Uhr

Steuer heißt Steuern
Ich hoffe dieser Beitrag verdient das Attribut „Anregung”. - weil es mich so aufregt.
„Steuer” im Sinne von Gebühren die der Staat einhebt heißt Steuern Prof. Dr. Bruckmann* (Ehemals Prof an einigen Unis, "Wahl- Hochrechner im ORF" - Abgeordneter der ÖVP im Österreichischen Nationalrat und vieles mehr) (aus dem Buch die Mega-Trends, Überroiterverlag ISBN 3-8000-3303-8) hat vor Jahrzehnten (1988) ein Modell entworfen und niedergeschrieben) Ich versuche hier den Inhalt wiederzugeben. Steuern heißt steuern

Steuerung Tranche 1 Entnahme von Rohstoffen der Erde besteuern Je einzigartiger (unwiederbringlicher) desto höher Nicht- nachwachsende- oder sehr langsam nachwachsende Rohstoffe (im Zeitmaß von Menschenleben) (Metalle - Erdöle - Gase) am meisten. Steuern auf nachwachsende "Rohstoffe " z.B. Holz, 30 - 50 Jahre, mittel -Stroh, Gras, Gurken (ein bis zwei Mal im Jahr), wenig, die menschliche Arbeitskraft - gar nicht.

saubertl 25.01.2020, 11:49 Uhr

Steuerung Tranche 2 Die Wiederverwertung müsste belohnt werden. Nicht wiederverwertbare Waren müssten am meisten, - restlos wiederverwertbare Stoffe mit der zweiten Tranche gar nicht besteuert werden. Täglich nachwachsende (Arbeitskraft) also gar nicht. Aus dieser Logik wäre Salat ganz wenig besteuert (Gesäht - Gesetzt - Geerntet - Gegessen - Gekackt... - = Retoure innerhalb eines Jahres restlos wieder verwertet und wenn möglich nur wenige km transportiert. (Erde zu Erde - Staub zu Staub)

Steuerung Tranche 3 Entfernungen besteuern (Je weiter jemand - etwas fährt) desto teurer müsste das Werk - die Ware werden. Kartoffel aus Israel - Wein aus Kalifornien oder Platten (die so tun als wären sie Möbel) aus Schweden ... usw..

Steuerung Tranche 4 Der Handelszuschlag: Auch der Handel mit Geld und dessen Produkte müsste besteuert werden. Die Schlussfolgerungen aus diesem System kann sich jeder selbst ausmalen.

Grüße der Saubertl

Posted by Wilfried Allé Saturday, February 8, 2020 7:06:00 PM
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Mit scheinheiliger Ausrede wird Österreichweites Glyphosat-Verbot nicht umgesetzt 

„Das Parlament hat das Verbot des Giftes im Sommer beschlossen, die EU hat kein Veto eingelegt – einer sofortigen Umsetzung steht also nichts im Wege“, so Sima. Sich auf einen Formalfehler wegen fehlender Notifizierung durch die EU zurückzuziehen, sei mehr als fadenscheinig und lässt auf Orchestrierung der ÖVP schließen, die das Glyphosat-Verbot schon seit langem verschleppt. So hat Ex-Bundeskanzler Kurz bereits im Juni 2017 ein flächendeckendes Verbot vollmundig angekündigt, aber nie umgesetzt. Es sei mehr als beschämend, dass dieses Ende 2019 noch immer nicht in Kraft sei.

Wien geht mit gutem Beispiel voran – Verbot auf Länderebene greift aber zu kurz

Sima fordert daher die sofortige Umsetzung des Glyphosatverbots österreichweit, denn auf Länderebene sei ein Verbot nicht zielführend.

Die Stadt Wien ist schon seit langem mit gutem Beispiel vorausgegangen und hat auf ihren Flächen auf den Glyphosat-Einsatz verzichtet. Auch die Wiener Linien setzen das Umweltgift nicht mehr ein. Das Unkraut auf den Gleisanlagen wird, wenn notwendig händisch entfernt. Dazu werden die betriebsfreien Zeiten in der Nacht genutzt.

Auch andere Abteilungen und Unternehmen der Stadt Wien verzichten seit etlichen Jahren auf den Einsatz von Glyphosat. So verwenden die Wiener Stadtgärtner keine Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff mehr. Die Unkrautbekämpfung in sämtlichen Parks und Grünflächen der Stadt Wien erfolgt umweltfreundlich und rein mechanisch. Weder der Forst- noch der Landwirtschaftsbetrieb in der Stadt Wien verwendet Glyphosat. Auch die Wiener Friedhöfe haben Glyphosat bereits aus ihrer Gärtnerei komplett verbannt. Die Flächen der Wiener Netze werden ebenfalls gänzlich glyphosatfrei von wucherndem Unkraut befreit und gepflegt. mehr ->

Posted by Wilfried Allé Monday, December 16, 2019 1:59:00 PM
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Ökosteuern gegen Umweltverschmutzung und Klimawandel 

Sind Ökosteuern sozial und wirtschaftlich „faire“ Steuern?

Ökosteuern können direkt und indirekt Preise, etwa im Energie- oder Transport­bereich, erhöhen. Damit be­lasten sie die Ver­braucher­innen und Ver­braucher mit ge­rin­gerem Ein­kom­men mehr als jene mit höherem Ein­kom­men – sie wirken also „regressiv“ und kön­nen so­mit be­reits be­stehende Ein­kom­mens­un­gleich­heiten wei­ter ver­tiefen.

Im Zuge einer öko­sozialen Steuer­reform sollten auch um­welt­schäd­liche Sub­ven­ti­onen ab­ge­baut wer­den. So wer­den Staats­haus­halte ent­las­tet und die Um­welt­effekte der Steuer­maß­nahmen er­höht, da der Um­stieg auf um­welt- und klima­freund­liche Alter­na­ti­ven er­leich­tert wird. Direk­te oder in­direk­te um­welt­schäd­liche Sub­ven­tionen gibt es in allen Län­dern, und sie hal­ten sich hart­näckig. Dabei zei­gen Unter­suchungen, dass vor allem in Län­dern mit ge­rin­gerem Ein­kom­men nicht die Ärms­ten, son­dern die wohl­habend­sten 20 Pro­zent der Be­völ­kerung da­von pro­fi­tieren.

Umweltsteuern sollten also im Paket mit sozialen, wirt­schaft­lichen und öko­logi­schen Be­gleit­maß­nahmen imple­men­tiert wer­den. Wer­den diese klar kom­mu­ni­ziert, kön­nen sie die po­li­ti­sche Ak­zep­tanz von Öko­steu­ern er­höhen. Dass dies not­wen­dig ist, haben nicht erst die Pro­tes­te der „Gelb­westen“ in Frank­reich gegen die CO2-Steu­er im letzten Jahr ge­zeigt.

Beim Klimaschutz besteht Rendi-Wagner da­rauf, dass die Lö­sun­gen nicht die Mitte der Be­völ­ke­rung und die Ärmsten tref­fen. Denn die wahren Kli­ma­sünder sind nicht die nor­ma­len Men­schen, son­dern das ist die Schwer­in­dus­trie und das sind die Schwer­trans­porte. „Wer jetzt schon ab dem 25. des Monats jeden Cent umdrehen muss, den darf Kli­mapolitik nicht bestrafen“. Ein Kli­maschutz zulasten der Mittelschicht und der Ärmeren ist nicht mora­lisch. Daher müsste mehr in die Bahn in­ves­tiert wer­den und der Um­stieg auf den Zug müsse auch leist­bar sein. Das 1-2-3-Klimaticket der SPÖ für sau­beren Ver­kehr wäre ein erster Schritt: 1 Euro pro Tag für ein Bundes­land, 2 Euro pro Tag für drei Bundes­länder und 3 Euro pro Tag für ganz Öster­reich. Dazu braucht es aber auch einen Aus­bau der Bahn­netze, damit jeder die Möglich­keit hat, auf sau­bere Ener­gie um­zu­stei­gen. Wich­tig ist ihr, dass Öster­reich die Kli­ma­ziele er­reicht – und nicht 6,6 Mrd Euro Strafe zahlen muss.

mehr ->
This study presents evolutions in the global distribution of CO2 emissions from 1998 and 2013 ->

Posted by Wilfried Allé Monday, September 9, 2019 12:43:00 PM
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„Just Transition“: Weil Klimapolitik eine soziale Frage ist! 

Was ist „Just Transition“?

Der Kampf gegen die Klimakrise ist keine rein technische Frage, denn der notwendige Systemwandel ist mit einem tiefgreifenden Umbau unseres Wirtschaftssystems verbunden. Damit ist umweltfreundliches Agieren unter Berücksichtigung der sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen eine zentrale und zugleich äußerst komplexe gesellschaftliche Aufgabe. Aus diesem Grund wurde bereits im Pariser Abkommen aus dem Jahr 2015 das Konzept von „Just Transition“ als bedeutender Baustein einer zukunftsfähigen Klima- und Energiepolitik aufgenommen. Doch was genau bedeutet „Just Transition“, und können daraus Vorgehensweisen abgeleitet werden, um den Transformationsprozess erfolgreich zu gestalten?

Lesen Sie den gesamten Beitrag von Michael Soder und Christine Prielinger auf https://awblog.at/just-transition-klimapolitik-soziale-frage/

Posted by Wilfried Allé Saturday, August 10, 2019 8:09:00 PM
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Österreich wird glyphosatfrei! 

Die Gesundheit der Menschen muss immer Vorrang haben

Glyphosat in der Landwirtschaft gelangt über Nahrung und Trinkwasser in den Körper und gefährdet unsere Gesundheit. Die SPÖ-Gesetzesinitiativen für ein Verbot wurden bisher stets blockiert – von jenen, denen die Interessen der Agrochemie-Konzerne wichtiger waren als die Gesundheit der Menschen. „Jetzt hat der Antrag der SPÖ für ein Verbot des höchstgefährlichen und höchstwahrscheinlich krebserregenden Umweltgifts Glyphosat eine Mehrheit im Parlament gefunden“, sagt Rendi-Wagner. Damit signalisiert SPÖ Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner klar: Berufung und Aufgabe der Sozialdemokraten ist es, mit verantwortungsvoller Politik das Leben der Menschen zu verbessern. „Umso mehr freue ich mich, dass sich der jahrelange Einsatz der SPÖ für ein Glyphosat-Verbot ausgezahlt hat. Die Gesundheit der Menschen muss immer Vorrang haben.“

Der Weg für ein Glyphosat-Verbot ist damit frei und kann bereits im Juli im Österreichischen Nationalrat beschlossen werden.

Darüber hinaus fordert die SPÖ weiterhin ein europaweites Totalverbot von Glyphosat.
Unterschreibe für ein europaweites Verbot von Glyphosat! hier ->

Posted by Wilfried Allé Thursday, June 13, 2019 8:38:00 PM
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Mochovce: Alarmstufe Rot vor den Toren Wiens 

Keine Inbetriebnahme des Schrottreaktors - Rasche Begehung mit unabhängigen Experten unerlässlich

Die aktuellen Berichte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sind dramatisch: Einmal mehr zeigt ein Whistleblower die eklatanten Mängel der Baustelle im AKW Mochovce auf, diesmal auch mit Foto- und Videobeweisen: „Hier wird ganz klar: Dieser Schrottreaktor ist nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Wir dürfen nicht zusehen, wie eine Zeitbombe vor den Toren Wiens eingeschaltet wird“, warnt einmal mehr die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima. Daher sei die bereits zugesagte Begehung der Baustelle mit unabhängigen, internationalen Experten das Gebot der Stunde, eine Inbetriebnahme des Reaktors 100 km von der österreichischen Grenze undenkbar.

AKW Mochovce ist seit 34 Jahren eine Baustelle

Seit 34 Jahren wird an dem Reaktor – mit Unterbrechungen - herumgeschraubt. „Das geht uns alle etwas an, denn wir alle sind gefährdet“, erinnert Sima. Die Bauvorbereitungen begannen schon 1981, aus Geldmangel wurde der Bau 1991 nach der Wende gestoppt und nach 17 Jahren 2008 fortgesetzt. Grundsätzlich führen die Unterbrechungen der Bauführung und die lange Dauer zu schweren Problemen beim Wissenstransfer. Die Sicherheitsvorkehrungen sind eine einzige Farce und gewährleisteten keinen sicheren Betrieb:

  • Kein Containment - Keine Sicherheit gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeuges
  • Zweifelhafte Statik der hermetischen Kammern aufgrund tausender Bohrungen
  • Ungünstige Führung hochenergetischer Leitungen
  • Nicht ausreichende Versorgung mit Kühlwasser – wird in Zeiten des Klimawandels immer schwieriger
  • Mangelnde Widerstandsfähigkeit gegen Erdbeben
  • Risse und verformte Träger auf der Baustelle
  • Ungeklärte Frage der radioaktiven Abfälle

Mochovce ist seit geraumer Zeit immer schon ein Thema. Aber Aktionen seitens der Betreiber wie auch der Slowakischen Regierung blieben bislang aus.
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mehr ( Januar 2011 ) ->

Posted by Wilfried Allé Saturday, June 8, 2019 12:56:00 PM
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Erstes vollelektrisches Müllsammelfahrzeug Österreichs 

Der Einsatz des neuen E-Müllsammelfahrzeugs wird auf die Dauer von 1 Jahr von WissenschaftlerInnen der TU-Wien begleitet

Das neue E-Müllsammelfahrzeug wird auf unterschiedlichen Strecken eingesetzt und für unterschiedliche Abfallfraktionen (Restmüll, Altpapier etc.) erprobt. Gestartet wird ab sofort. Die MA 48 leistet wieder einmal Pionierarbeit in Sachen Umweltschutz und ist wieder einmal Motor für die Ökologisierung des Fuhrparks der Stadt Wien.
Weil 100 % - E-Power von der Stange nicht erhältlich ist, wurde auf Initiative der 48er von drei namhaften Firmen ein vollelektrisches Müllsammelfahrzeug entwickelt. Damit stellt sich die Stadt Wien schon heute für die geplante EU-Richtlinie (Clean Vehicles Directive) für die Beschaffung von emissionsarmen bzw. emissionsfreien Nutzfahrzeugen im öffentlichen Dienst und wird wohl auch für eine zukünftige Mercer-Studie erneut Gutpunkte einheimsen. mehr ->

Posted by Wilfried Allé Tuesday, May 28, 2019 11:49:00 AM
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Ein Green New Deal für Österreich 

Der Plan für eine nachhaltige und sozial gerechte wirtschaftliche Erneuerung

Ein Green New Deal, wie er derzeit in den USA von der demo­kra­tischen Kon­gress­ab­ge­ordneten Alexandria Ocasio-Cortez ge­for­dert wird, kann auch in Eu­ro­pa und in Öster­reich dazu bei­tra­gen, die so­zi­ale Di­men­sion der Klima­krise zu adres­sieren und den öko­lo­gi­schen Wan­del gesell­schaft­lich ver­träg­lich zu ge­stal­ten. Der Green New Deal zielt nicht nur auf öko­lo­gi­sche Maß­nahmen wie sau­be­re Luft, die Pro­duk­tion nach­hal­tiger Lebens­mit­tel und eine öko­lo­gisch ver­träg­liche In­dus­trie ab, es geht um weit mehr. Kern­ele­ment eines Green New Deals ist der Ver­such, die Ziele einer ge­rech­teren Ge­sell­schaft, der Voll­be­schäf­ti­gung und einer öko­lo­gisch trag­fähigen Wirt­schaft zu ver­knüp­fen. Durch eine Kom­bi­na­tion aus um­welt-, so­zial- und wirt­schafts­po­li­tischen Maß­nahmen bricht der Green New Deal in seinem An­satz mit ver­al­te­ten Denk­mus­tern und er­öffnet eine neue, drin­gend not­wen­dige De­batte über eine Po­li­tik, die so­zi­ale Heraus­for­derungen und das Gemeinwohl der Menschen in den Mit­tel­punkt stellt.

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Posted by Wilfried Allé Friday, April 19, 2019 11:03:00 PM
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Reparatur — die Königsklasse der Kreislaufwirtschaft 

Reparieren ist DAS Paradebeispiel für nachhaltige Abfallvermeidung

Wenn von Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy die Rede ist, wird darunter oft nur Recycling verstanden — dabei geht es um viel mehr! „Recycling ist eine sinnvolle Art und Weise mit bereits entstandenem Abfall umzugehen. Wirklich nachhaltig mit unseren Ressourcen umgehen heißt aber, schon früher anzusetzen und Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen! Genau das heißt reparieren“, erklärt DI Magdalena Schwärz-Pertiller, Ressourcenexpertin von DIE UMWELTBERATUNG.

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Posted by Wilfried Allé Saturday, November 17, 2018 11:39:00 AM
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"Plastic Planet" 

Wir müllen uns mit Kunststoff zu

Zwischen 1905 und 1907 hatte der belgische Chemiker Leo Baekeland den ersten Plastik-Kunststoff erfunden. Er ahnte sicherlich nicht, dass seine Erfindung ein neues Zeitalter einläuten und unseren Planeten nachhaltig verändern würde. Seit damals ist auf der Welt so viel Kunststoff produziert worden, dass man die gesamte Erde sechsmal in Plastiksackerln einwickeln könnte – und in gewisser Weise auch tut.

Zwischenzeitlich müssen wir - ob wir wollen oder nicht - zur Kenntnis nehmen, dass

  • Plastik in Gewässern wie auch in Böden immer mehr zum Problem wird
  • winzige Plastikpartikel nun auch in menschlichen Stuhlproben gefunden wurden - und zwar bei Probanden weltweit
  • über die Folgen für die Gesundheit bislang zu wenig geforscht und in der Folge nicht nachdringlich genug berichtet wird - und zwar weltweit

Intensivieren wir einerseits unser Interesse mit einem 'Plastik -tik -tik -Song:
http://www.yespunjab.com/media-gallery/4287-tik-tik-plastic-official-song-beatplasticpollution-anthem-bhamla-foundation-shaan
und andererseits beschleunigen wir den politischen Willen mit einer Unterstützungserklärung:
https://actions.sumofus.org/a/eu-gesetz-zu-wegwerf-plastik-jetzt/?akid=48384.12222041.xMIvSU&rd=1&source=fwd&t=8

Posted by Wilfried Allé Saturday, October 27, 2018 8:53:00 PM
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