AZ-Neu

Die neue Zeitung für Arbeiter, Angestellte, KMUs, EPUs und Pensionisten

Weil die nächste Hitzewelle ganz bestimmt kommt, gibt es hier ein paar Tipps, die zwar nichts kosten, aber trotzdem etwas wert sind.

  • Jalousien runterlassen oder Vorhänge zuziehen
  • Fenster zumachen, sobald die Außentemperatur die Raumtemperatur übersteigt
  • in der kühleren Nacht gut durchlüften, wenn möglich querlüften durch das Öffnen der Fenster an verschiedenen Seiten
  • Interne Wärmequellen vermeiden – Fernseher, Computer etc. nicht auf Stand-by laufen lassen, sondern ganz abschalten – das spart auch Energiekosten und schont das Klima!
  • ein Ventilator kann hilfreich sein, wenn die Luft „steht“ – ein Ventilator verbraucht wesentlich weniger Energie als ein Klimagerät!

Das hört sich simpel an, wird aber oft nicht bedacht“, sagt Sabine Vogel, Energieexpertin von "die umweltberatung".
Was bei Hitze guttut, ist individuell verschieden. Die einen schwören darauf, die Ellbogen ins kalte Wasser zu tauchen und das Gesicht kalt zu waschen, die anderen stellen ihre Füße unter dem Schreibtisch in eine kleine Wanne mit kaltem Wasser. Auch das Besprühen mit einer Wasserspritzflasche kann Abhilfe verschaffen. Wichtig ist auf alle Fälle ausreichend zu trinken - ca. 2 Liter Leitungswasser oder ungesüßten Kräutertee pro Tag.
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Eine "Asfinag" für den sozialen Wohnbau

Kommentar der anderen Franz Nauschnigg 26. August 2015
hier geht's zum Originalartikel ->

Statt den sozialen Wohnbau totzureden, wäre eine Offensive zur Schaffung günstigen Wohnraums nötig. Das würde Immobilien- und Miet­preise dämpfen, Arbeit schaffen und die Umwelt schützen

Das österreichische Förderungssystem für sozialen Wohnbau hat sich im internationalen Vergleich bewährt. Es gab keine Boom/Bust-Zyklen bei den Wohnungs­preisen und Immobilien­blasen wie in den USA, Spanien, Irland, Groß­britannien, mit negativen wirt­schaft­lichen Fol­gen. Es hat zu einer sozialen Durch­mischung ge­führt und damit der Ghetto­bildung wie in anderen Ländern ent­gegen­gewirkt. Die Mieten für Gemeinde- und Genossen­schafts­wohnungen sind gegen­über dem privaten Wohnungs­markt wesent­lich niedriger und drücken damit das gesamte Miet­preis­niveau, sodass dieses im inter­nationalen Ver­gleich noch relativ günstig ist. Es ist eine wirksame Sozial­politik, da für ärmere Schichten die Wohnungs­kosten bis zu 50 Prozent des Ein­kommens be­tragen.

Dieses System ist jedoch gefährdet: Viele Bundesländer, außer der löblichen Ausnahme Wien, haben die Zweckbindung für die Wohn­bau­förderung auf­ge­geben. Der geförderte Wohnungs­bau ist daher in den ver­gangenen Jahren ein­ge­brochen, bei steigender Nach­frage und steigenden Immobilien­preisen.

In den vergangenen Wochen ist es in verschiedenen Medien zu Angriffen auf den sozialen Wohnbau mit folgenden Argumenten gekommen: Auch Reichere wohnen in billigen Sozial­wohnungen, Manager der gemein­nützigen Genossen­schaften ver­dienen zu viel und haben selbst Wohnungen ge­kauft, und das ganze System steht unter domi­nantem sozialdemo­kratischen Ein­fluss.


Karl Marx Hof: Trutzburg und Sozialprojekt: In Wien hat der soziale Wohnbau - im Bild der Karl-Marx-Hof, der zwischen 1927 und 1930 vom Stadtbaumeister Karl Ehn errichtet wurde - eine lange Tradition.
 

Diese Angriffe bestätigen aber eher die Güte des sozialen Wohnbausystems in Österreich:

  • Sozialwohnungen sind wesentlich billiger als jene am privaten Wohnungs­markt und wirken daher auch preis­dämpfend. Dass auch Reichere in Sozial­wohnungen wohnen, zeigt, dass sie quali­tativ gut sind und damit die soziale Durch­mischung funktioniert.
  •  Manager der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften ver­dienen wesent­lich weniger als Manager im privaten Sektor, und auch in privaten Unter­nehmen kommen Geschäfte zwischen Unter­nehmen und ihren Managern vor. Es sollten die Cor­porate-Gover­nance-Regeln für die Art von Ge­schäften ver­schärft werden.
  • Das soziale Wohnbausystem wurde überwiegend durch die Sozial­demokratie ent­wickelt und ge­staltet, und es ist daher kein Wunder, dass ihr Ein­fluss groß ist.

Andere Parteien haben den privaten Wohnungsmarkt unterstützt. Der letzte Angriff auf das soziale Wohn­bau­system er­folgte unter der ÖVP/FPÖ-Regierung, als die Buwog an private Inv­estoren ver­scherbelt wurde. Die Schmier­geld­zahlungen im Zuge der Privatisierung an das Um­feld von Finanz­minister Grasser sind gerichts­anhängig. Es stellt sich die Frage, ob diese bei­den Par­teien nicht wieder einen Ver­kauf von Sozial­wohnungen an­streben.

Die Sozialdemokratie sollte selbstbewusst das soziale Wohnbausystem verteidigen, aber es auch weiter­ent­wickeln:

Um das Angebot von leistbaren geförderten Wohnungen signifikant zu erhöhen, sollte zu­sätzlich zum Wohn­bau­programm der Regierung das Asfinag-Modell auch für den Wohn­bau ein­ge­setzt werden, mit einer Aktien­gesell­schaft für Wohn­bau im Staats­eigen­tum mit Staats­garantie für ihre Schul­den. Die auf­ge­nommenen Mittel werden zweck­gebunden für sozialen Wohn­bau zu einem leicht höheren Zins­satz weiter­ge­geben. Die Ein­nahmen­ströme müssen für die Schulden­tilgung aus­reichen. Die niedrigen Finanzierungs­kosten des Bundes würden für Wohn­bau­investitionen ge­nutzt, ohne dass das Defizit steigt. Die Bau­wirt­schaft würde an­ge­kurbelt und die Arbeits­losigkeit ver­ringert. Das steigende An­gebot würde den Preis­anstieg dämpfen. Da neue Wohnungen energie­effizienter sind, würde auch ein Beitrag zum Klima­schutz ge­leistet. Für Banken ist es, bedingt durch die neue Banken­regulierung (Basel 3), schwieriger, Wohn­bau­projekte zu fi­nan­zieren, und die Wohn­bau­förderung der Bundes­länder ist durch das Budget be­grenzt. Eine zu­sätzliche Finanzierungs­schiene könnte die Zahl der Neu­bauten signi­fikant er­höhen.

Finanzierung des Wohnbauförderungssystems durch eine CO2-Steuer statt durch Lohn­neben­kosten, den Wohn­bau­förderungs­bei­trag, er­folgen. Die Senkung der Lohn­neben­kosten würde zu mehr Be­schäftigung und ge­ringerer Arbeits­losig­keit führen. Der Energie­vervbrauch sinkt, und alter­native Energien werden wett­bewerbs­fähiger.

Billiges Bauen

Eine Anpassung des Rahmens für den sozialen Wohnbau unter dem Gesichts­punkt von billigerem Bauen ist nötig – durch Ab­schaffung preis­treibender Normen, Ver­zicht auf teure Sonder­pläne von Architekten usw. Bei Manager­gehältern könnten die Genossen­schaften die Re­la­tion zwischen Manager­gehältern und Durch­schnitts­ein­kommen im Unter­nehmen, wie sie jetzt die US-Börsen­auf­sicht vor­schreibt, ver­öffentlichen. Weiters könnte eine Ober­grenze für Manager­gehälter bei Wohn­bau­genossen­schaften beim 20- bis 30-Fachen des Durch­schnitts­ein­kommens im Unter­nehmen fest­gelegt werden.

Ein steigendes Angebot an geförderten Wohnungen würde dämpfend auf Immobilien- und Miet­preise wirken und die Attraktivität Österreichs als Wirtschafts­standort erhöhen. In der der­zeitigen Phase öko­nomischer Unter­aus­lastung sind Wohn­bau­investitionen besonders wachstums- und beschäftigungs­wirksam. Die Um­schichtung von Steuern von Arbeit zu Energie durch die Ab­schaffung des Wohn­bau­förderungs­beitrags würde zu mehr Be­schäftigung und ge­ringerer Arbeits­losigkeit führen. Öster­reich könnte seine Wachstums­schwäche über­winden und seine CO2-Emissionen senken. (Franz Nauschnigg, 26.8.2015)

Franz Nauschnigg ist Leiter der Abteilung für Europäische Integration und Internationale Finanz­organi­sationen in der OeNB. Der Artikel stellt seine per­sönliche Meinung dar.

Was versteht man unter dem "ASFINAG-Modell"? mehr ->