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Förderwesen in der Landwirtschaft 

Das Förderwesen in der Land­wirt­schaft macht Groß­grund­be­sitzer größer und lässt die kleinen Be­triebe ster­ben. Eine ak­tuelle Studie des Zentrums für Eu­ro­päische Wirt­schafts­for­schung (ZEW) be­legt für Eu­ro­pa: Die ein­kommens­schwächsten 80 Pro­zent der Höfe be­kommen nur 25 Pro­zent der Mittel. Die obers­ten zehn Pro­zent wer­den da­ge­gen mit 55 Pro­zent aller Sub­ven­ti­onen ge­för­dert.

Geworben wird gerne mit ihnen, den kleinen Bauern und Bäuerinnen auf idyllischen Berg­bauern­höfen. Die Land­wirt­schafts­för­der­ung kommt bei ihnen aller­dings kaum an, denn ge­för­dert werden vor allem die großen Höfe und Agrar­be­triebe. Und diese werden auf Kos­ten der kleinen immer größer. Das gilt für ganz Eu­ro­pa, aber auch für Öster­reich:

„Insgesamt kommen nur rund zwanzig Prozent aller Agrar­sub­ven­tionen in Öster­reich den viel­be­schworenen kleinen Bauern zu­gute. Der große Rest, rund acht­zig Pro­zent, geht an Per­sonen und Firmen, die das gar nicht not­wendig haben: an Groß­bauern, an Raiff­eisen-do­mi­nierte Lebens­mittel­firmen, an Pri­vat­stif­tungen und reiche Öster­reicher.“

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Aktuelle Daten kann man auf www.transparenzdatenbank.at finden. Auf Druck von Bauern­ver­treterInnen wurde die Trans­parenz­daten­bank kurz­zeitig sogar ein­ge­schränkt, mittler­weile kann man aber wieder fast alle För­der­flüsse ein­sehen.

Posted by Wilfried Allé Wednesday, August 9, 2017 10:43:00 PM
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Wie und wo will Sebastian Kurz die Förderungen kürzen? 

Durch massive Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben will ÖVP-Obmann Sebastian Kurz seine versprochene Steuersenkung finanzieren. Dafür müsste er bis zu 14 Mrd. Euro aufbringen, fünf Milliarden Euro sollen es allein durch Einsparungen bei den Förderungen sein.  Geht das?  So große Beträge sind nicht zu holen,  immerhin betrug das gesamte, direkte Förderungsbudget zuletzt knapp fünf Milliarden Euro (s.u.). Einsparungen sind sicherlich möglich. Aber Kurz würde damit in erster Linie sein eigenes Klientel, die Wirtschaftstreibenden und Bauern, treffen. Das finde ich echt spannend, wie er das 'den Seinen' verklickert.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 direkte Förderungen in Höhe von 4.876,6 Mio. € ausgezahlt.
Die höchsten Förderungen mit 1.266,3 Mio. € (das ist mehr als ein Viertel der gesamten Förderauszahlungen) sind in der UG 42 Land-, Forst- und Wasserwirtschaft zu verzeichnen. Hohe Förderungsauszahlungen weisen auch die UG 20 Arbeit (856,4 Mio. € oder einem Anteil von 17,6 % an den gesamten Förderauszahlungen), die UG 31 Wissenschaft und Forschung (691,7 Mio. €, Anteil 14,2 %) und die UG 43 Umwelt (543,6 Mio. €, Anteil 11,1 %) auf. Alle übrigen Untergliederungen bewegen sich in bei Förderauszahlungen mit einem Anteil von unter 10%. Dieses Bild bleibt auch für den BVA 2016 weitgehend konstant, wobei jedoch in der UG 42 und in der UG 20 sowohl absolut als auch anteilig Zuwächse veranschlagt sind.

Im Einzelnen stellt sich die Verteilung auf Ressortebene in absoluten Zahlen an den ausgezahlten Fördermitteln wie folgt dar:

Die Zahlen stammen aus dem Förderungsbericht_2015.pdf des BMF; siehe Link:
https://www.bmf.gv.at/budget/das-budget/foerderungsberichte.html

In aller Kürze nochmals das Kürzen der Förderungen á la Kurz: Der neue ÖVP-Obmann will von der gesamten Förderungssumme, die nicht nicht einmal ganze 5 Milliarden ausmacht, doch tatsächlich 5 Milliarden einsparen, d.h. alles und sogar noch mehr als da ist! Razeputz!
Das wird auf jeden Fall spannend!

Posted by Wilfried Allé Tuesday, June 13, 2017 12:03:00 AM
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Wer die meisten Subventionen verteilen darf - und wer davon profitiert 

5,26 Milliarden Euro zahlten die Ministerien 2014 an direkter Förderung aus.
Der mit Abstand größte Teil davon, nämlich 1,65 Milliarden Euro, entfällt auf die Agrarförderungen, mit denen der Bund Förderungen der EU kofinanziert. Die damit finanzierten Maßnahmen sind vielfältig. mehr ->

Aber das soll nicht alles sein. Weil das liegt an dem doch so unauffälligen Wort: „kofinanziert“.

Was versteckt sich hinter „kofinanziert“?

Bei den EU-Förderprogrammen zur Regional- und Strukturpolitik (Strukturfonds, z. B. EFRE zur Stärkung der regionalen Wirtschaft) wird verlangt, dass neben der EU-Finanzierung ein Teil der Gesamtfinanzierung eines Projekts aus anderen Quellen mitfinanziert (=kofinanziert) werden muss.

VERORDNUNG (EU) Nr. 1305/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raum ->

Damit da kein Missverständnis entsteht, ich prangere diese Förderung an sich jetzt einmal nicht prinzipiell an!
Aber was ich hier schon festhalten möchte ist, dass zu diesen 1,65 Milliarden Euro, die direkt aus dem österreichischem Budget stammen, auch noch die Fördergelder aus der EU hinzuzurechnen sind. *)

Ja und wer weiß das schon? Wer berichtet darüber? Wer hinterfragt das? Wieviel zusätzliche Mittel sind das?
Fragen über Fragen!
Und wenn es um die generelle Frage von Förderungen geht, wird immer gerne alles Mögliche aufgezählt, beschönigt oder bekrittelt. Die absoluten und korrekten Zahlen pro Gruppe, die Förderzahlungen pro Kopf und derartiges Zahlenmaterial kommen selten bis gar nicht vor, und wenn überhaupt nur in Nebenbemerkungen oder in irgendeiner Prozentangabe und die meist wiederum ohne Basisbezug, damit nur ja keine Transparenz aufkommt. Damit lässt sich dann so ziemlich alles sehr bequem und ‚korrekt‘ schön-/schlecht-reden bzw. -schreiben. Gewinner sind dabei diejenigen Bevölkerungsgruppen, die die besseren Medien an der Hand haben.
Fakt ist: Wir haben den Vorteil einer uns wohlwollenden Presse nicht!
Ob man so möglicherweise unser Wahrnehmungsvermögen ‚stimulieren‘ kann, das darf sich jetzt jeder selbst zusammenreimen.

*) Bis dato konnte ich die Höhe der EU-Agrar-Fördergelder nicht ausfindig machen. Aber ich suche weiter.

Posted by Wilfried Allé Sunday, January 10, 2016 10:04:00 PM
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