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Here Comes the Sun 

A Last Chance for the Climate and a Fresh Chance for Civilization

von Bill McKibben

ISBN: 9781324106234
Sprache: Englisch
Themen: Geowissenschaften, Geographie, Umwelt, Planung
Umwelt
Umweltgefahren
Klimawandel
Erscheinungsdatum: 19.08.2025
Verlag: Norton & Company
Umfang: 212 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 31,10

Kurzbeschreibung des Verlags

Every eighteen hours, the world puts up a nuclear power plant's-worth of solar panels. At the same time, com­bus­tion con­ti­nues to melt the poles, poi­son our bo­dies and drive glo­bal in­equa­lity. It is no lon­ger neces­sary: For the first time in 700,000 years, we know how to catch the sun's rays and con­vert them into energy.In Here Comes the Sun, Bill Mc­Kibben tells the story of the spike in power from the sun and wind. Mc­Kibben tra­ces the arri­val of plenti­ful, inex­pen­sive solar ener­gy, which, if it accele­rates, gives us a chance not just to limit cli­mate change's dama­ge but to reor­der the world. Get­ting there means over­coming ob­stacles like Big Oil, but Mc­Kibben sees a chance for a new civi­li­sation that looks to the sun as the star that fuels our world.

FALTER-Rezension

"Klimaaktivisten waren lange Spaßbremsen"

Katharina Kropshofer in FALTER 24/2026 vom 10.06.2026 (S. )

Bill McKibben ist sich sicher: Wir stehen gerade an einem Kipp­punkt. Doch er meint das nicht un­be­dingt nega­tiv. Lange hatte der 65-Jäh­rige vor dem Klima­wan­del ge­warnt, mit "Das Ende der Natur" lie­fer­te er 1989 das erste populär­wis­sen­schaft­liche Buch über die Erd­er­hit­zung. Er grün­dete die Or­gani­sa­tion 350.org, or­ga­ni­siert Klima­pro­teste für alle Alters­grup­pen, gilt als einer der wich­tigs­ten Be­rater des Ver­monter Sena­tors und ehe­ma­li­gen demo­kra­ti­schen Prävsi­dent­schafts­kandi­daten Bernie San­ders und prägte den Beg­riff "Divest­ment", also "Des­inves­ti­tion". Re­gie­run­gen, Unter­neh­men oder Uni­ver­si­tä­ten stecken ihr Geld oft in Fonds, die fos­sile Ener­gie för­dern. Mc­Kibben brachte bis ins Jahr 2024 mehr als 1600 Or­gani­sa­tio­nen da­zu, ihre fos­si­len Ver­an­la­gun­gen auf­zu­geben. Dem Öl­ge­schäft fehl­ten da­durch 40 Tril­lio­nen US-Dollar.
Nun, 50 Jahre nach dem Beginn seiner Akti­vi­tä­ten, hat er sicht­lich gute Laune. Nicht nur, weil es dem amtie­ren­den Präsi­den­ten Donald Trump bei den im Herbst an­ste­hen­den Mid­terms an den Kra­gen ge­hen könnte (sein Krieg ge­gen den Iran ist nicht son­der­lich popu­lär), son­dern weil er ge­rade den Be­ginn einer klei­nen Revo­lu­tion wahr­nimmt. Zu tun hat das mit dem "guten Wet­ter", der Sonne, die an die­sem Mai­tag über sei­nem Haus in Vermont scheint.

Falter: Herr McKibben, was macht Solar­strom so über­zeugend -auch im Ver­gleich zu an­de­ren er­neuer­baren Quellen?

Bill McKibben: Ein simpler Grund: Son­nen­ener­gie ist bil­lig. Für Geo­ther­mie muss man etwa tief gra­ben, viele Schächte und Lei­tun­gen bauen. Das dauert. China hat ver­gan­ge­nen Früh­ling drei Giga­watt an Solar­ener­gie ge­baut - pro Tag. Das ent­spricht der Ener­gie eines gan­zen Kohle­kraft­werks. Und Solar­ener­gie ist furcht­bar sim­pel: Alles, was sie braucht, ist ein rudi­men­tä­res Stahl­ge­rüst und ein Stück Glas. Im Mo­ment ver­dop­peln wir die An­zahl der Solar­an­lagen welt­weit alle 18 Monate. Da­bei sinkt der Preis je­des Mal um ein Vier­tel. Auch Atom­kraft kann da preis­lich nicht mit­halten.

Vor rund einem Monat ging die Santa-Marta-Kon­fe­renz in Kolum­bien zu Ende. 57 ambi­tio­nier­te Staa­ten kamen zu­sam­men, um den Ab­schied von fos­si­len Brenn­stof­fen zu be­schleu­ni­gen. Die USA wur­den gar nicht erst ein­ge­laden. Gibt es Klima­schutz ohne den his­to­risch größ­ten Ver­schmutzer?

Bill McKibben: Die USA sind weiter­hin für elf Pro­zent der glo­ba­len Emis­sio­nen ver­ant­wort­lich - das ist viel. Außer­dem ex­por­tiert das Land nicht nur mas­sen­haft Öl, son­dern auch die wahn­sin­ni­gen Ideen und Klima­lü­gen unse­res Präsi­den­ten. Aber Fort­schritt ohne die USA ist na­tür­lich mög­lich. Donald Trump ist nicht Jesus.

Man könnte Trump auch "danken". Mit dem An­griff auf den Iran und den da­raus re­sul­tie­ren­den ho­hen Öl­prei­sen wurde der Aus­bau Er­neuer­ba­rer wei­ter be­schleunigt.

McKibben: Trump wird als größter Elektro-Ver­käufer in die Ge­schichte ein­ge­hen! Wir schwim­men aller­dings wei­ter in unse­rem ei­ge­nen Öl. Aber die weg­wei­sen­den Ent­schei­dun­gen wer­den ohne­hin wo­an­ders ge­trof­fen: in Indien, Malay­sia oder Viet­nam. Leute auf der gan­zen Welt blicken Rich­tung Iran und ver­ste­hen, dass Son­nen­licht zwar 150 Mil­li­onen Kilo­me­ter auf die Erde wan­dern muss, aber nichts da­von durch die Straße von Hormus.

Beobachten wir gerade also das Ende der fos­si­len Brenn­stoffe in Echtzeit?

McKibben: Auf gewisse Weise ja. Zumin­dest ver­ste­hen wir, wie wir sie brem­sen kön­nen. Aber auch, wie die Öl-und Gas­indus­trie da­ge­gen­hält. Ihre Werk­zeuge sind Geld, Kor­rup­tion und Miss­in­for­ma­tion. Unse­re Stär­ken sind Organi­sa­tion, Infor­ma­tion -und seit kur­zem auch die Öko­no­mie. Die Klima­be­we­gung hat ihren Kampf 35 Jahre in einer Welt ge­führt, in der fos­si­le Brenn­stof­fe güns­tig und er­neuer­bare Ener­gie­quel­len rela­tiv teuer waren. Nun hat sich die Glei­chung um­ge­kehrt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Men­schen die Sonne als Ener­gie­quelle nut­zen wol­len. In sei­nem Buch "Here Comes the Sun" (das bis­her nur auf Eng­lisch er­schie­nen ist) zeich­net Mc­Kibben auch die Ideen­ge­schichte die­ser Ener­gie­form nach: von Leo­nardo da Vinci, der be­reits da­rü­ber nach­dachte, wie man Son­nen­ener­gie "ernten" könnte.

Über die Bell Labs, die 1954 Chips aus Sili­kon da­für ent­wickel­ten. Län­der wie Pakis­tan, die vom Nach­barn China profi­tieren und inner­halb eines Jah­res ein Drit­tel ihres Strom­net­zes bau­ten. Und über die poli­ti­schen Maß­nahmen, die nun zu dem ge­wal­ti­gen Preis­sturz ge­führt ha­ben: Ein­speise­ta­rife in Deutsch­land, den An­stieg der Nach­frage, die wie­der­um eine Neu­aus­rich­tung Chinas be­werk­stel­ligt ha­ben. Die Heraus­for­de­run­gen heute sind also poli­ti­scher und büro­kra­ti­scher Natur -nicht tech­ni­scher. Mc­Kibben be­tont eines im­mer wie­der: Diese Ener­gie­form ist nicht nur für die Ein­däm­mung des Klima­wan­dels gut, son­dern auch äu­ßerst demo­kratisch.

Es scheint einen Link zwischen fossilen Brenn­stof­fen und autori­tä­ren Re­gimen zu ge­ben. Was wäre das poli­ti­sche Äqui­va­lent für Er­neuer­bare?

McKibben: Erneuerbare Energie­quel­len sind nicht die Garan­tie für an­dere, demo­kra­ti­sche Er­geb­nisse. Da­für müs­sen Sie nur nach China schauen. Aber sie ha­ben das Poten­zial zu ei­ner be­frei­en­den Kraft, weil sie de­zen­tral sind: Die meis­ten Orte der Welt haben kein Öl, kein Gas und keine Kohle. Aber je­der Mensch kann Solar­pa­neele in­stal­lieren. Auch wenn es Solar-Mil­liar­däre ge­ben wird, wer­den sie nie­mals so reich wer­den wie der König von Saudi-Arabien oder John D. Rocke­feller.

Wieso wird "Big Oil" nicht zu "Big Solar"?

McKibben: Der Chef des Energie­kon­zerns Exxon­Mobile hat es ver­gan­ge­nes Jahr selbst er­klärt: Sie wer­den nie in Er­neuer­bare in­ves­tie­ren, weil sie keine "über­durch­schnitt­li­chen Ren­diten für In­ves­to­ren" her­geben. Viele Öl­fir­men haben über Jahre flo­riert, weil sie ein Pro­dukt ha­ben, das sie hor­ten und ver­tei­len kön­nen, wie sie wol­len. Die Idee, dass die Son­ne jeder­zeit gra­tis Ener­gie er­zeu­gen kann, ist in ihren Au­gen das schlech­teste Ge­schäfts­modell al­ler Zei­ten. Also ver­su­chen sie es na­tür­lich zu stop­pen. Der Wan­del würde schnel­ler pas­sie­ren, könnte Exxon die Sonne besitzen.

Wie bremsen Ölfirmen den Ausbau?

McKibben: In Form von bezahlter Miss­in­for­ma­tion oder im Fal­le der USA, in­dem die­se Unter­neh­men ein­fach poli­ti­sche Par­teien kau­fen. Trump sagte öffent­lich, dass die Öl­indus­trie alles, was sie will, be­kommt - so­lange sie ihn mone­tär unter­stützt. Am Ende wa­ren es eine hal­be Mil­liarde in Form von Spen­den, Wer­bung und Lobbying.

Sie schreiben, dass sich Medien oft in den Ge­schich­ten rund um die "dunkle Seite" der Er­neuer­baren ver­lieren: die un­ethi­schen Arten, wie sel­tene Erden ab­ge­baut wer­den, etwa. Kann man all das wirk­lich ein­fach so bei­seite­schieben? 

McKibben: Es ist wichtig, dass wir darüber nach­den­ken und am Recyc­ling ar­beiten, aber es ist kein Grund, den Aus­bau zu ver­lang­samen. Neh­men wir das Bei­spiel Li­thium. Der Ab­bau ist proble­ma­tisch. Aber packt man es in eine Bat­te­rie, dann bleibt es dort für 25 Jahre. Baut man Kohle ab, dann ver­bren­nen wir sie so­fort - und müs­sen wie­der zu­rück in den Berg­bau. Es lan­det dann als CO2 in der Atmos­phäre. Das Rocky Moun­tain Insti­tut hat be­rech­net, dass die Menge an Berg­bau, die wir bis 2050 für Bat­te­rien brau­chen, klei­ner ist als die Men­ge an Kohle, die wir allei­ne ver­gan­ge­nes Jahr ab­ge­baut ha­ben. Und es gibt be­reits den Trend in China, statt Li­thium So­dium für die Bat­te­rien zu ver­wen­den -das fünft-oder sechst­häu­figste Ele­ment der Erdkruste.

Die Menschenrechtsverletzungen beim Abbau von Li­thium gibt es aber trotzdem.

McKibben: Das stimmt. Aber wir müssen sie in Rela­tion se­hen: Neun Mil­lio­nen Men­schen ster­ben pro Jahr an den Fol­gen von Ver­bren­nungs­mo­to­ren und dem Fein­staub, den sie ein­atmen. Es gibt aber nicht neun Mil­lio­nen Kobalt-oder Li­thium-Berg­leute auf der Welt.

Lange Zeit war McKibbens Aus­blick düs­ter. In sei­nem ers­ten Buch "Das Ende der Natur" ar­gu­men­tier­te er, dass es keine Na­tur mehr ohne men­schli­chen Ein­fluss gebe. Immer­hin haben Men­schen selbst die Atmos­phäre ver­ändert, der sich kein Lebe­we­sen ent­zie­hen kann. Schon da­mals plä­dierte er für eine neue Ver­bin­dung zur Natur, in der die Ge­sund­heit der nicht-mensch­li­chen Welt nicht mehr von der mensch­li­chen ge­trennt ge­sehen wird.

Auch heute glaubt McKibben daran. Und er weiß, wie man diese Bot­schaf­ten ver­packt. Manch­mal klingt das nach Slo­gans, die man schon oft ge­hört hat. Etwa wenn er sagt, dass wir ande­re Ge­schich­ten brau­chen, um die­se neue Welt auch in den Köp­fen der Men­schen ent­ste­hen zu las­sen. Doch es sind auch leichte, posi­ti­ve Bot­schaf­ten - die man gerne glaubt: "Jeder wird Bat­te­rien ha­ben, sie zu Mit­tag la­den und sein Haus in der Nacht mit ge­spei­cher­ter Son­nen­ener­gie be­trei­ben." Oder anders ge­sagt: Es könn­ten Zei­ten eines enor­men Ener­gie­über­schus­ses be­vor­stehen.

Erneuerbare heißen auch "alternative" Ener­gien. Soll­ten wir sie um­be­nennen?

McKibben: Wir müssen die Menschen über­zeugen, dass sie nicht nur eine "Alter­na­tive" sind, son­dern die Norm. 2024 wur­den 80 Pro­zent des welt­wei­ten Zu­wach­ses bei der Strom­er­zeu­gung durch er­neuer­bare Ener­gien und Kern­ener­gie be­reit­ge­stellt. Aber auch Um­welt­schüt­zer wie ich ha­ben lange nur über die Nach­teile ge­redet, sind sehr gut im Kriti­sieren ge­wesen. Das hat uns zu Spaß­ver­der­ber ge­macht -wir müs­sen auch lernen zu feiern!

Welche neuen Geschichten bräuchte es?

McKibben: Wir dürfen nicht aufhören, über die wis­sen­schaft­liche Not­wen­dig­keit und die wirt­schaft­li­chen Vort­eile dieser Trans­for­ma­tion zu spre­chen. In Spa­nien und an­deren EU-Län­dern, die auf Er­neuer­bare ge­setzt ha­ben, sind die Ener­gie­prei­se in den ver­gan­ge­nen Mo­naten nicht so stark ge­stie­gen wie anders­wo. Ein elek­tri­sches Auto ist nicht nur aus Umwelt­gründen bes­ser, es ist lei­ser, sanf­ter, bil­li­ger; ein Induk­tions­herd viel schnel­ler und ge­sün­der als ein Gas­ofen. Immer­hin er­kran­ken imm­er noch viele Kin­der an Asthma, wenn sie in ei­nem Haus mit Gas­herd le­ben. Ich bin froh, dass wir nach all die­sen Jah­ren schlech­ter Nach­rich­ten end­lich eine Waf­fe ge­gen die ärgs­ten Prob­leme ge­fun­den haben -und noch da­zu eine so schöne! Men­schen hat­ten schon im­mer eine tie­fe Ver­bin­dung zur Sonne. Sie bringt uns Licht, Wärme, lässt Pflan­zen wach­sen. Nicht um­sonst ha­ben ihr so viele Musi­ker Lie­der gewidmet.

Posted by Wilfried Allé Wednesday, June 10, 2026 11:01:00 AM Categories: Geographie, Umwelt Geowissenschaften Klimawandel Umwelt Umweltverschmutzung
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WIEN ORIGINELL 

Kuriose, bizarre und unglaubliche Orte der Stadt

von Harald Havas

ISBN: 9783902999597
Themen: Sport & Freizeit
Outdooraktivitäten
Erscheinungsdatum: 03.06.2025
Verlag: rittberger+knapp
Umfang: 176 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 18,50

Kurzbeschreibung des Verlags

Gut versteckt oder direkt vor der Nase: charmant, skurril, über­raschend – und im­mer ori­gi­nell! Die­ses Buch zeigt, was Reise­füh­rer oft ver­schweigen. Ver­ges­sen Sie Fia­ker und Pra­ter – jetzt wird’s wirk­lich span­nend! Die­ses Buch führt Sie zu Wiens ver­bor­gens­ten und kuri­oses­ten Or­ten: der ältes­ten unter­ir­di­schen Toi­let­ten­an­lage, einer run­den »Repu­blik«, dop­pel­ten Haus­num­mern, einem Haus­tor ohne Haus, ge­hei­men U-Bahn-Tun­neln, u.v.m. 30 außer­ge­wöhnl­iche Plätze – man­che sicht­bar, man­che bei­na­he ver­ges­sen, alle mit ver­blüf­fen­der Ge­schichte. Für Stadt­fla­neure, Neu­gie­rige und alle, die Wien ab­seits der Touris­ten­pfade mit völ­lig neuen Au­gen ent­decken wol­len. Ein Muss für alle, die das Un­er­war­tete lieben!
Leseprobe: https://online.flipbuilder.com/DorisRittberger/vyhx/

Posted by Wilfried Allé Saturday, June 6, 2026 10:04:00 AM Categories: Outdooraktivitäten Sport & Freizeit
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Katechon 

Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart

von Volker Weiß

ISBN: 9783768198608
Themen: Gesellschaft und Sozialwissenschaften
Gesellschaft und Kultur, allgemein
Kontrolle, Privatsphäre und Sicherheit in der Gesellschaft
Soziale und ethische Themen
Erscheinungsdatum: 16.05.2026
Verlag: Cotta
Umfang: 128 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 18,50

Kurzbeschreibung des Verlags

Die Ideologie hinter Peter Thiel, Donald Trump und Co.

Vom Tech-Milliardär Peter Thiel bis hin zum russischen Ultranationalisten Alexander Dguin – neuerdings bemühen alle ein biblisches Motiv: den Katechon. Als geheimnisvolle Kraft kann er das Böse aufhalten, seine irdische Gestalt soll wahlweise Trump oder Putin sein. Über eine Figur der politischen Theologie, mit der alles begründet, aber nichts erklärt werden kann. 

Wer ist der »Katechon«? Seit einiger Zeit verkünden rechte und religiöse Fundamentalisten, dass eine höhere Kraft den »falschen Verheißungen« des »Antichristen« entgegentrete. Diese Verlockungen gaukeln als Werte einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft den Menschen Sicherheit und Stabilität vor, während sie doch in Wahrheit nur Werke des Teufels sind. Mit dem Katechon als »Aufhalter« dieses Bösen wird nun eine theologische Figur in den Dienst genommen, um die Politik der extremen Rechten zu legitimieren. Der Essay geht den Spuren des »Katechon«-Motivs bis in die Schriften des deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt nach.

FALTER-Rezension

Die Angst vor Peter Thiel

Matthias Dusini in FALTER 23/2026 vom 03.06.2026 (S. 16)

Der Antifaschismus schlief. Am Eingang des Odeon Theaters prüften Polizisten die Besucher, die sich am vergangenen Freitag einfanden. Drinnen, in der Säulenhalle der ehemaligen Getreidebörse, sollte über den Auftritt eines Festwochen-Gastes diskutiert werden. Festivalchef Milo Rau wollte wissen, ob das Volk für oder gegen den Besuch des Tech-Oligarchen Peter Thiel sei. Hunderte Interessierte waren dem spontanen Aufruf Raus gefolgt, über das Für und Wider zu beraten.
Ein Besucher hielt ein Täfelchen in die Höhe, auf dem stand: "No platform for Techfascism!" Spontanen Applaus bekam eine ehemalige Politikerin, die vorschlug, man könne Thiel doch als Kunstaktion verhaften lassen. Ansonsten blieb es erstaunlich ruhig im Saal, eine Mehrheit der Rednerinnen und Redner plädierte sogar dafür, Thiel sprechen zu lassen. So vehement, dass Festwochen-Dramaturgin Sara Abbasi irgendwann der Kragen platzte: "Bitte mehr kritische Fragen. Wir sind uns zu einig." Er werde seine Entscheidung am folgenden Tag bekannt geben, ließ Rau wissen.

Mit Peter Thiel, Jahrgang 1967, kontaktierte das Festival eine der mächtigsten und umstrittensten Figuren der Gegenwart. Thiel steht für den Rechtsruck im Silicon Valley. Er verfügt über ein Milliardenvermögen, das er mit Investitionen in Unternehmen wie Facebook, PayPal und Palantir verdiente. Mit diesem Gewicht mischt er sich in die Politik ein. Ökonomisch bekämpft der Libertäre jede staatliche Regulierung. Politisch wiederum liebäugelt der bekennende Katholik mit der Abschaffung der Demokratie.

Warum der Contrarian, also Andersdenkende, der sich als radikaler Intellektueller inszeniert, überhaupt nach Wien eingeladen wurde, hat mit Thiels Bibellektüre zu tun. Die Festwochen widmen sich 2026 dem Einfluss von Religionen. Da wirkte es wie ein Coup, den düsteren US-Propheten zu präsentieren. Nun erweist sich der Treffer als Flop, der Raus bisher erfolgreiche Arbeit beschädigt.

In Vorlesungen vor ausgewähltem Publikum, zuletzt in Rom, interpretiert Thiel eine Stelle aus dem Neuen Testament. Darin geht es um den göttlichen Plan einer Wiederkunft Christi. Die frühen christlichen Gemeinden rechneten mit einer baldigen Erlösung. Der Apostel Paulus warnte jedoch davor, die Anzeichen falsch zu deuten.

Fake-Propheten würden Sicherheit und Frieden versprechen. Für Paulus war das eine List des Antichristen. Zugleich hatte Paulus eine frohe Botschaft für die Verunsicherten. Es gebe eine Kraft, die sich dem falschen Messias in den Weg stelle: den Katechon, das griechische Wort für Aufhalter. Seit Thiel mit dem Katechon daherkam, werden Feuilletonisten zu Bibelforschern. Die Rede vom Antichristen wirkt skurril, aber auch angsteinflößend. Denn der Tech-Oligarch verknüpft sie mit einer politischen Agenda.

Wie der deutsche Autor Volker Weiß in seinem neuen Buch "Katechon" schreibt, diente die Figur des Aufhalters stets dazu, irdische Herrschaft zu legitimieren. Das Heilige Römische Reich verstand sich als Schutzmacht der Christenheit. Heute rechtfertigt Thiel mit dem Aufhalter seine Unterstützung der US-Regierung.

Auf den Katechon stieß Thiel durch die Lektüre des katholisch geprägten Juristen Carl Schmitt (1888-1985), eines Parteigängers der Nationalsozialisten. Schmitt machte aus der Bibel eine Waffe gegen die in seinen Augen verderbliche moderne Welt. Liberalismus und Sozialismus formulierten das trügerische Versprechen von Sicherheit und Frieden, so Schmitt. Sie würden die Menschen einlullen und ihnen die Fähigkeit nehmen, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.

Dieser Deutung folgt Thiel. In düsteren Farben schildert er den Untergang. Er beschwört einen apokalyptischen Endkampf zwischen Gut und Böse im mythischen Armageddon. Bei ihm trägt der Antichrist die Züge eines "weltweiten Einheitsstaates", der die Individuen überwache und reguliere. Schmitts Freund-Feind-Logik folgend sucht Thiel nach Gegnern. Dazu gehört etwa die Aktivistin Greta Thunberg. Für ihn steht sie für technikfeindliche Regulierung. Thiels Theologie lehnt, reichlich unchristlich, die Segnungen des Sozialstaates ab. In einer Rede von 2009 brachte Thiel seine Vorbehalte auf den Punkt: "Freiheit und Demokratie sind nicht vereinbar."

Der springende Punkt in der Rede vom großen Widersacher ist die Rolle des Katechons. Bei Paulus bleibt sie vage. Schon die mittelalterlichen Theologen waren unsicher, ob damit ein Reich oder eine Person gemeint sei. Derzeit könnte es Donald Trump sein, den Thiel schon in dessen erster Kandidatur unterstützte. Oder US-Vizepräsident JD Vance, dessen Aufstieg Thiel finanziell ermöglichte. Es klinge nach dem Drehbuch eines James-Bond-Films, wenn ein steinreicher Unternehmer mit apokalyptischer Erwartung eine politische Haltung mit biblischen Bezügen untermauere, schreibt Volker Weiß. "Im Tech-Kapitalismus konnte das Szenario Realität werden."

Die Sprengkraft von Thiels Ansichten zeigt sich in einem größeren Zusammenhang. In rechten Zirkeln ist der Katechon nichts anderes als ein Codewort für die militante Ablehnung der Demokratie. In dieser extremen Denkschule fällt die Rolle des Aufhalters Russland zu. Putin habe die Aufgabe, die alte christliche Ordnung in einer Welt der Sünde zu verteidigen.

Radikale Nationalisten wie Alexander Dugin, der seinen Blog Katechon nennt, rufen gemeinsam mit der orthodoxen Kirche dazu auf, den "satanischen" Westen zu besiegen. Sie nennen den Angriff auf die Ukraine einen heiligen Krieg. Zu den Maßnahmen des Aufhalters könnte nach Ansicht des russischen Politologen Sergej Karaganov auch der Einsatz einer Atomwaffe gehören, einer "Armageddon-Waffe", gegen eine westliche Stadt. "Um allen, die die Angst vor der Hölle verloren haben, zu zeigen, dass diese existiert."

Bekannt wurde Thiel als genialer Investor, der auf Außenseiter setzte. Er finanzierte Facebook, als Anleger darin noch eine Uni-Kontaktbörse sahen. Anders als Donald Trump oder Elon Musk tritt Thiel nicht als Showman auf. Der leidenschaftliche Schachspieler zieht lieber im Hintergrund die Fäden. Wenn er doch einmal das Rampenlicht sucht, erlebt das Publikum einen verunsicherten Redner, der unter vielen Ähs abschweift.

Vor allem seine Beteiligung an Palantir, das auf die Verwertung personenbezogener Daten spezialisiert ist, machte Thiel zum Feindbild der Linken. Das lange defizitäre Unternehmen unterstützt US-Behörden beim Aufspüren von Migranten ohne Papiere oder liefert der israelischen Armee Informationen für Ziele in Gaza.

Den Kritikern reicht der Begriff Autoritarismus nicht aus, um zu beschreiben, was in Trump-Amerika derzeit geschieht: die willkürliche Deportation von Migranten, der Personenkult um den Präsidenten und die Einschränkung von Frauen-und Transgender-Rechten. Sie nennen das Faschismus.

Für sie ist es unvorstellbar, dass Thiel bei einem Festival auftritt, das für Diversität und Opposition steht. Darf man jemandem, der mit biblischer Rhetorik die Zerstörung der Demokratie fordert, das Mikrofon überreichen?

Festwochen-Chef Milo Rau versucht, politische Brisanz in die Kunst zu holen. Dafür entwickelte er Formate, die juristische und politische Institutionen nachahmen. Anfang des Jahres inszenierte er am Hamburger Thalia Theater einen "Prozess gegen Deutschland". Ein Gremium sollte prüfen, ob die rechte Partei Alternative für Deutschland verboten werden solle. Kläger und Verteidiger traten auf. Experten argumentierten dafür und dagegen. Der Prozess fand enorme Resonanz. Ganz Deutschland diskutierte, wie ein Rechtsstaat mit Feinden der Demokratie umgehen soll.

Einige Kommentatoren kritisierten, dass Rau AfD-Vertreter wie die frühere Vorsitzende Frauke Petry sprechen ließ. So würden rechtsextreme Inhalte normalisiert, lautete der Vorwurf. Auch bei den Wiener Festwochen inszeniert Rau Prozesse. 2024 ging es um den Vorwurf, die Regierung habe im Zuge der Covid-19-Pandemie zu stark in Grundrechte eingegriffen. Heuer organisiert Rau in der "Republic of Gods" Glaubenstribunale. Dort geht es um den politischen Missbrauch von Religionen.

Der Theatermacher stellt linke Wahrheiten infrage. Das Dogma "Nicht mit Rechten reden" hat an Überzeugungskraft verloren. Der Boykott konnte den Aufstieg von MAGA, FPÖ und AfD nicht stoppen. Die Verweigerung erwies sich auch deshalb als stumpfe Waffe, weil Demagogen sich in Telegram-Kanälen und Podcasts ihre eigene Öffentlichkeit schufen. So geschickt Rau bisher Kontroversen anzettelte, so hilflos wirkt er als Regisseur der Thiel-Show.

Mit einem knappen Statement sagte Rau den Hauptact des Festivals ab. Obwohl sich sowohl der Publikumsbeirat als auch der Expertenbeirat der Festwochen für die Einladung ausgesprochen hatten, zog Rau den Stecker. Immer mehr Beteiligte des künstlerischen Programms hätten ihre Teilnahme abgesagt, heißt es in dem Schreiben. Daher die Entscheidung: "Thiel ja, aber nicht um jeden Preis."

Die Festwochen ziehen ein junges, politisch waches Publikum an, das in Thiel nicht den Aufhalter, sondern den Beelzebub sieht. "Verdammt jämmerlich dieser asoziale Milliardär", schrieb ein User auf Facebook. "Psychos unter sich", ätzte ein anderer. Erste Teilnehmer zogen Konsequenzen. Der französische Soziologe Geoffroy de Lagasnerie sollte über "Kunst und Widerstand" sprechen und sagte ab. Man könne nicht Faschismus bekämpfen und zugleich einen seiner aktivsten Vertreter legitimieren, schrieb de Lagasnerie.

Um den Protest aufzufangen, ließ Rau im Odeon Theater über Pro und Contra diskutieren. Auf dem Podium saß neben Rau auch der Innsbrucker Theologe Wolfgang Palaver, der Thiel seit dem Studium in Stanford kennt. Er war für den 7. Juni im Hotel Intercontinental als Gesprächspartner des Tech-Denkers vorgesehen. Palaver kündigte an, Thiels "gefährliche Vermischung von Politik und Religion" zu kritisieren.

Die Politikwissenschaftlerin Monika Mokre gab Contra: "Thiels Theologie ist nicht das Problem, sondern dass er mit seinem Geld die Politik beeinflusst." Rau schilderte das Verfahren. Mehrere Experten würden Thiels Ausführungen kommentieren. Der Stargast habe auch Fragen aus dem Publikum akzeptiert.

Doch ganz so free speech war das geplante Event nicht. Ursprünglich wollte Rau, dass der Falter die Debatte moderiert, aber das lehnte Thiel ab. Der Falter sei nicht neutral genug, schrieb er unter anderem an Chefredakteur Florian Klenk. Eine amüsante Pointe in dieser Posse um Redefreiheit. Natürlich handelt es sich bei Palaver auch nicht um eine kritische Instanz, sondern einen alten Kumpel, der von Thiel zum Abendessen nach Los Angeles eingeflogen wird.

Woher kam also Raus Rückzieher? Offenbar rollte hinter den Kulissen bereits eine Boykottwelle, die nicht nur Rau selbst, sondern dem ganzen Festival geschadet hätte, nach dem Motto: "Fahrt nicht zu den Wiener Faschismuswochen!"

Der Umfaller zeichnete sich schon in einem Gespräch ab, das der Falter am 28. Mai mit der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) führte. Darin ging Kaup-Hasler auf Distanz zu ihrem einstigen Liebling Rau, den sie 2024 nach Wien geholt hatte: "Als Intendantin würde ich solchen Faschisten keine Plattform bieten, denn eine solche Einladung muss sehr bedacht eingebettet werden."

Die Absage Thiels entlarvt Raus "Republik" als Farce. Der Intendant verschanzt sich hinter Beiräten und Beratungsgremien. Zuerst schickt er den linksliberalen Falter vor, um die erwartbare Empörung abzulenken. Am Ende knickt er vor einem angeblichen Shitstorm ein, dessen Urheber anonym bleiben.

Es sei blauäugig, Demagogen entzaubern zu wollen, warnte Kaup-Hasler. Auf die Frage, ob ein berühmter Mann wie Thiel vom Bürgermeister empfangen würde, antwortete sie: "Auf keinen Fall. Das Rathaus besteht auf Maximalabstand." Möglicherweise bekreuzigte sich ein Erzengel im Rathaus, als der Leibhaftige aus Trumpistan aufgehalten wurde.

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Cum/Ex, Milliarden und Moral 

Warum sich der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität lohnt - SPIEGEL-Bestseller - Nr. 1-Wirtschaftsbestseller, Sachbuch-Bestenliste ZDF, Deutschlandfunk Kultur, DIE ZEIT

von Anne Brorhilker, Traudl Bünger

ISBN: 9783453219113
Themen: Gesellschaft und Sozialwissenschaften
Politik und Staat
Politischer Aktivismus / Politisches Engagement
Erscheinungsdatum: 12.11.2025
Verlag: Heyne
Umfang: 272 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 24,70

Kurzbeschreibung des Verlags

Leben wir in einem Land, in dem, wer reich ist, das Ge­setz nicht fürch­ten muss? Anne Bror­hil­ker, die als Ober­staats­an­wäl­tin der Staats­an­walt­schaft Köln jahre­lang und un­er­schrocken die Cum/Ex-Er­mitt­lun­gen ge­lei­tet hat, kennt das kom­ple­xe Ver­hält­nis zwi­schen Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät und Jus­tiz wie keine an­dere. Hier schil­dert sie erst­mals ihre er­staun­li­chen Er­fah­run­gen mit der Fi­nanz­eli­te, blickt hin­ter die Ku­lis­sen der Groß­ban­ken und ent­larvt die Selbst­ge­fällig­keit vie­ler Steuer­hinter­zie­her: Wes­halb war die Auf­klä­rung trotz jahre­lan­ger Er­mitt­lung und auch zahl­rei­cher Ur­teile so müh­sam? Warum tut sich der Staat so schwer, die Mil­liar­den zu­rück­zu­for­dern? Geld, das den ehr­li­chen Steuer­zah­lern zu­steht? Mit ihrem Ent&­shy;schluss, den Staats­dienst zu quit­tie­ren und als Teil der Zi­vil­ge­sell­schaft für Auf­klä­rung zu sor­gen, hat Anne Brorhil­ker ein Zei­chen ge­setzt: Der Kampf für Ge­mein­wohl und Ge­rech­tig­keit geht uns alle an - und mit Mut kön­nen wir etwas be­we­gen! Ein Euro des Ver­kaufs­prei­ses die­ses Buches geht an die Bür­ger­be­we­gung "Finanzwende e.V.".

Rezension, Sarah Tischer

Anne Brorhilker ist eine der prominenten Stimmen im Kampf gegen Wirt­schafts­krimi­nali­tät in Deutsch­land. Ihr Ge­sicht ist einem viel­leicht schon in den Me­dien be­geg­net – sie war als Ober­staats­an­wäl­tin jahre­lang maß­geb­lich an den Cum/Ex-Er­mitt­lun­gen be­tei­ligt und hat zen­tra­le Ur­teile im größ­ten Steuer­skan­dal der Bun­des­repu­blik er­wirkt. Nun hat sie ein Buch ge­schrie­ben: »Cum/Ex, Mil­liar­den und Moral«. Die Volks­wir­tin hat es ge­lesen.

Auf Anne Brorhilkers Buch wurde ich durch ein Inter­view bei SWR1 Leute auf­merk­sam. Zu­nächst war ich skep­tisch, ob ich es le­sen möch­te. Zu ver­traut klang der In­halt: die Macht der Fi­nanz­bran­che, eine gut ver­netz­te Lobby, struk­tu­rel­le Defi­zi­te in Be­hör­den – und ein Staat, der Wirt­schafts­krimi­na­li­tät nur un­zu­rei­chend ver­folgt. Mir war klar, dass mich die in der Lek­türe an­ge­spro­che­nen Miss­stände und Skan­dale auf­regen würden.

Jetzt hab ich »Cum/Ex, Milliarden und Moral« (2025 er­schie­nen bei Heyne) in kür­zes­ter Zeit durch­ge­le­sen. Und ich kann sa­gen: Ja, ich hab mich ein biss­chen auf­ge­regt, das liegt in der Na­tur der Sa­che, aber es hat sich ge­lohnt, das Buch zu le­sen. Bror­hil­ker er­schöpft sich nicht im Be­nen­nen der Miss­stän­de. Sie er­klärt, gibt Ein­blicke und macht Sach­ver­halte ver­ständ­lich. Die Lek­türe ist flüs­sig und bis­wei­len habe ich mich so­gar trotz der The­ma­tik amü­siert – auf­grund der »Ab­sur­di­tä­ten« im System.

Auch die psychologische Ebene kommt nicht zu kurz, wenn die Auto­rin bei­spiels­weise be­schreibt, wie sie sich in Zeu­gen­ver­neh­mun­gen mit Män­nern gibt, denen es nicht an Ego und Selbst­über­zeu­gung fehlt und die dies auch durch ihr Auf­tre­ten und ihre Klei­dung zur Schau stel­len. Die ge­schil­der­ten Er­eig­nis­se zei­gen die mensch­li­che Natur, die hin­ter Gier, Macht und Fehl­ent­schei­dun­gen zu Tage tritt.

Eine kurze Erklärung, worum es bei Cum/Ex ging: Kurz gesagt ist Com/Ex ein Trick mit Ak­tien, um Steuern mehr­fach zu­rück­zu­be­kom­men, die nur ein­mal oder gar nicht ge­zahlt wur­den. Und etwas ge­nauer: Ban­ken und In­ves­toren or­ga­ni­sier­ten den mehr­fachen Rück­er­stat­tungs­be­trug von Kapi­tal­er­trag­steu­ern und ver­ur­sa­chten so ei­nen Mil­li­arden­scha­den für den Staat. Die Händ­ler scho­ben sich um den Divi­den­den-Stich­tag Ak­tien blitz­schnell hin- und her. Durch die­ses Hin und Her sah es für das Fi­nanz­amt so aus, als hät­ten meh­re­re Per­so­nen dies­elbe Steuer ge­zahlt – ob­wohl sie nur ein­mal oder gar nicht ge­zahlt wurde. Der Staat er­stat­te­te die Steuer mehr­fach zu­rück, die ihm gar nicht zustand.

Brorhilker betont wiederholt: Das war kein »steuer­li­ches Schlupf­loch«, son­dern ein Ver­bre­hen. Der Be­griff der »Ge­set­zes­lücke« sei ein von der Fi­nanz­bran­che ge­streu­ter Euphe­mis­mus – der lei­der oft von vie­len Me­dien über­nom­men wurde. Die da­durch hin­ter­zo­ge­nen Steuern be­lau­fen sich nach Schät­zun­gen auf 40 Mil­liar­den Euro – »der größte Steuer­raub in der Ge­schichte der Bun­des­republik«.

Die ehemalige Staats­an­wäl­tin nimmt die Leser­innen mit in ihren da­ma­li­gen Ar­beits­all­tag und wie sie den Mil­liar­den­schwe­ren Be­trug in sei­ner Trag­weite auf­deckte. Von der stra­te­gi­schen Pla­nung ihrer Er­mitt­lun­gen über Raz­zien und Zeugen­be­fra­gun­gen bis zu Rück­schlä­gen und Er­fol­gen schil­dert sie al­les pack­end und de­tail­liert. Da­bei zeigt sie sys­te­ma­tisch Miss­stän­de und macht deut­lich, wie schwer es ist, ge­gen die mäch­ti­ge Fi­nanz­bran­che vor­zu­gehen.

Sie rechnet sowohl mit der Finanz­branche als auch mit den Be­hör­den ab. Über die Fi­nanz­bran­che schreibt sie: »Diese arro­gan­te und ab­ge­ho­be­ne Hal­tung ei­ner Bran­che dem Rest der Welt ge­gen­über ha­ben wir Er­mittler auch oft zu spü­ren be­kommen.«

Die Autorin macht deut­lich, dass die Finanz­lobby die mäch­tig­ste Lob­by in Deutsch­land ist. Sie zeigt, dass Uni­ver­si­tä­ten nicht im­mer neu­tral agie­ren, wenn sie von der Finanz­lobby finan­ziert und be­auf­tragt wer­den, Stu­dien zu ver­fas­sen, die Cum/Ex-Ge­schäf­te in ei­nem posi­ti­veren Licht dar­stellen.

Auf der anderen Seite schildert Anne Brorhilker ihre Prob­leme im Beam­ten­appa­rat: Hie­rar­chien, feste Ab­läufe, man­geln­de Unter­stüt­zung und Kri­tik aus den ei­ge­nen Rei­hen. So wur­den ihre Bit­te um per­so­nel­le Unter­stüt­zung trotz der großer Trag­weite des Fal­les nicht ge­hört – an­geb­lich hat­ten Vor­ge­setz­te Angst, ihr eine Sonder­be­hand­lung zu ge­ben. Weil Staats­beamte re­gel­mäßig die Fälle und Pos­ten wech­seln, wur­de Bror­hil­ker di­rekt vor ei­ner zen­tra­len Ver­hand­lung bei­nahe ver­setzt. Weil das der üb­li­che Ab­lauf sei. Doch dann wäre mo­na­te­lan­ge Ar­beit um­sonst ge­we­sen. Genau­so be­män­gelt sie, dass sie nur schwer Kol­le­gen ge­fun­den habe, die sie unter­stüt­zen konn­ten, da der Fall kom­plex ist und ei­ner gründ­li­chen Ein­ar­bei­tung bedarf.

In »Cum/Ex, Milliarden und Moral« zeigt Anne Brorhilker das rich­ti­ge Maß an per­sön­li­chen Ein­blicken, so­dass die Lek­türe span­nend und flüs­sig zu le­sen ist. Man spürt den Sinn für Ge­rech­tig­keit der Auto­rin, ihre Ent­schlos­sen­heit und die Här­ten, die sie durch­ste­hen musste. Sie er­zählt nicht nur von Ver­bre­chen, son­dern auch da­von, wie sie selbst über sich hinaus­wuchs, Tak­ti­ken ent­wickel­te und ein dickes Fell be­kam – im­mer an­ge­trie­ben von ihrem Wunsch, dass der Steuer­skan­dal nicht un­ge­sühnt bleibt.

Auch oder gerade Leser ohne Fach­kennt­nis­se kön­nen dem Buch pro­blem­los fol­gen, da es ver­ständ­lich und gut nach­voll­zieh­bar ge­schrie­ben ist.

Anne Brorhilker hat sich durch den Wider­saktuellestand nicht ein­schüch­tern las­sen. Sie kämpft nun als Ge­schäfts­füh­re­rin bei der Bür­ger­be­we­gung Fi­nanz­wende wei­ter. Ihr Ziel: Die Struk­tu­ren zu ver­än­dern, die sie einst zum Rück­zug aus dem Staats­dienst zwan­gen. Das Buch konnte sie nur schrei­ben, weil sie ihren Beamten­sta­tus auf­ge­ge­ben hat und nicht mehr für den Staat tä­tig ist. Die ge­schwärz­ten Stel­len (»dienst­liche An­ge­le­gen­hei­ten, die der Öf­fent­lich­keit nicht be­reits be­kannt sind«) hinter­las­sen ein ko­mi­sches Ge­fühl, wie so vie­le nicht-ge­schwärzte Stellen auch

Posted by Wilfried Allé Wednesday, May 27, 2026 8:01:00 PM Categories: Gesellschaft und Sozialwissenschaften Politischer Aktivismus / Politisches Engagement
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Die Stärke des Rechts vs. Das Recht des Stärkeren 

Plädoyer für Völkerrecht und Menschenrechte

von Wolfgang Kaleck

ISBN: 9783956146749
Themen: Recht
Internationales Recht
Internationales Öffentliches Recht und Völkerrecht
Erscheinungsdatum: 12.03.2026
Verlag: Kunstmann, A
Umfang: 160 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 20,60

Kurzbeschreibung des Verlags

Der Angriff Russlands auf die Ukraine, die Es­ka­la­tion des Nah­ost­kon­flikts nach dem 7. Okto­ber, der An­griff Israels auf den Iran – das sind nur eini­ge, wenn auch ent­schei­den­de Ent­wick­lun­gen der letz­ten Jah­re, die zei­gen, wie die »alte« inter­natio­nale Ord­nung ero­diert und das Völ­ker­recht und die Men­schen­rechte zu­neh­mend miss­achtet wer­den. In die­ser viel be­schwo­re­nen Zei­ten­wende stellt sich die fun­da­men­ta­le Fra­ge, ob das inter­natio­na­le Recht stark ge­nug ist die­sem Sturm zu wider­ste­hen, oder in Zu­kunft ein­fach das Recht des Stär­ke­ren gilt. Wolf­gang Kaleck, einer der inter­na­tio­nal re­no­mmier­tes­ten Men­schen­rechts­an­wälte, argu­men­tiert in die­ser Streit­schrift, dass Völ­ker­recht und Men­schen­rechte nicht zur Dis­po­si­tion ste­hen dür­fen, ge­rade weil sie im Kern, trotz al­ler Ambi­va­len­zen, Er­schüt­te­run­gen und Rück­schläge, einen im­men­sen Fort­schritt auf dem Weg zu ei­ner ge­rech­te­ren Welt dar­stel­len. Er er­innert nicht nur da­ran, dass der Traum »vom ewi­gen Frie­den« aus dem Trauma des Krie­ges ge­bo­ren wurde, son­dern zeigt, wie not­wen­dig es ge­rade jetzt ist, an die­sem »uto­pi­schen Pro­jekt« fest­zu­hal­ten, wel­che Re­for­men des inter­na­tio­na­len Rechts und sei­ner Ins­ti­tu­tio­nen es stär­ken könn­ten und wie und mit wem wir ge­mein­sam da­für strei­ten können.

Posted by Wilfried Allé Sunday, May 24, 2026 10:04:00 AM Categories: Internat. Öffentl. Recht & Völkerrecht Internationales Recht Recht
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Weimar 

Glanz und Grauen der deutschen Geschichte

von Katja Hoyer

ISBN: 9783455021585
Genre: Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)
Erscheinungsdatum: 07.05.2026
Verlag: Hoffmann und Campe
Übersetzung: Norbert Juraschitz, Henning Dedekind, Marlene Fleißig
Umfang: 592 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 28,80

Kurzbeschreibung des Verlags

Weimar: Heimat der deutschen Hoch­kul­tur und Epi­zen­trum der Nazi-Bar­ba­rei. Wie kein an­de­rer Ort im Land steht Wei­mar für Licht und Dun­kel­heit, für das Trauma des 20. Jahr­hunvderts, das Schei­tern der Demo­kra­tie. Die renom­mier­te His­to­ri­ke­rin und Best­sel­ler­au­to­rin Katja Hoyer ver­steht es glän­zend, Ge­schichte le­ben­dig wer­den zu las­sen. In ihrem neuen Buch er­zählt sie die Ge­schich­te und die Ge­schich­ten der Mens­chen von Wei­mar – der be­rühm­ten und der un­be­kann­ten – und zeigt, wie in­di­vi­duel­le und ge­mein­schaft­liche Ent­schei­dun­gen eine Demo­kra­tie auf­recht­er­hal­ten, aber auch zer­stö­ren kön­nen. Ein außer­ge­wöhn­liches und hoch­aktuel­les Buch, das auf ein­drück­liche Wei­se durch­euch­tet, war­um es keine Im­mu­ni­tät ge­gen to­tali­täre Ideo­logien gibt.


Katja Hoyer, geboren 1985, ging nach ihrem Ge­schichts­stu­dium an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena nach Eng­land. Dort kom­men­tiert sie u.a. für die BBC, den Tele­graph und den Spec­ta­tor ge­schicht­liche und poli­ti­sche The­men. Heute forscht sie am King’s Col­lege Lon­don und ist Fel­low der Royal His­to­ric­al So­cie­ty. Als Kolum­nis­tin der Was­hing­ton Post schreibt sie re­gel­mäßig über deut­sche und euro­päi­sche Ge­sell­schaft und Poli­tik. Ihr ers­tes auf Deutsch er­schie­ne­ne Buch »Dies­seits der Mauer« war direkt ein Best­seller.

Posted by Wilfried Allé Wednesday, May 6, 2026 1:37:00 PM Categories: Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)
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Der amerikanische Weckruf 

von Cathryn Clüver Ashbrook

ISBN: 9783710609329
Reihe: Auf dem Punkt
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
Erscheinungsdatum: 14.01.2026
Verlag: Brandstätter Verlag
Umfang: 208 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 22,00

Kurzbeschreibung des Verlags

2026 – 250 Jahre ameri­ka­ni­sche Demo­kra­tie. Und Do­nald Trumps zwei­tes Jahr zu­rück an der Macht: Ein his­to­ri­sches Jubi­läum trifft auf eine his­to­ri­sche Zä­sur. Wäh­rend die Ver­einig­ten Staa­ten ein Vier­tel­jahr­tau­send Ver­fas­sungs­staat fei­ern, setzt Prä­si­dent Trump sei­nen auto­ri­tä­ren Um­bau fort – mit ei­ner Agen­da, die tief­grei­fen­der, stra­te­gi­scher und ent­schlos­se­ner ist als je zuvor.
Die gefragte trans­at­lan­ti­sche Poli­tik­ex­per­tin Cath­ryn Clüver Ash­brook zeigt in ihrem ers­ten Buch, wie die ame­ri­ka­ni­sche Demo­kra­tie ge­zielt aus­ge­höhlt wird: durch sys­te­ma­ti­sche Schwä­chung der Ge­wal­ten­tei­lung, ideo­lo­gi­sche Kon­trol­le von Bil­dung und Me­dien, juris­ti­sche Um­deu­tung von Macht­be­fug­nis­sen und ge­ziel­te Ein­schüch­te­rung poli­ti­scher Geg­ner. Was vie­le als Chaos oder Ein­zel­fäl­le ab­ta­ten, war in Wahr­heit Teil ei­ner lang­fris­ti­gen Stra­te­gie – und ge­nau das ha­ben wir über­sehen.
Doch Clüver Ash­brook geht wei­ter: Sie zeigt, wie die­sel­ben Mus­ter in Eu­ro­pa Ein­zug hal­ten – auch in Deutsch­land. Die Il­lu­sion, dass li­be­ra­le Demo­kra­tien auto­ma­tisch sta­bil sei­en, hat uns blind ge­macht für die An­griffs­punk­te von in­nen. Ge­ra­de dort, wo Ins­ti­tu­tio­nen schwach, Bil­dungs­sys­teme un­ge­schützt und Öf­fent­lich­keit frag­men­tiert sind, grei­fen auto­ri­tä­re Stra­te­gien be­son­ders leicht.
Dieses Buch ist ein poli­ti­sches Früh­warn­sys­tem. Und ein Hand­buch der demo­kra­ti­schen Selbst­ver­tei­di­gung.
Es benennt die Schwä­chen, die Po­pu­lis­ten sys­te­ma­tisch aus­nut­zen. Es zeigt, wel­che Leh­ren wir aus dem ameri­ka­ni­schen Fall zie­hen müs­sen. Und es macht deut­lich, was jetzt zu tun ist – auf poli­ti­scher, juris­ti­scher und ge­sell­schaft­li­cher Ebe­ne. Da­mit wir nicht in weni­gen Jah­ren zu­rück­bli­cken und ge­rade auch we­gen der ei­ge­nen his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung sa­gen müs­sen: Auch wir hät­ten es wis­sen können.

FALTER-Rezension

"Weckruf" aus Amerika

Margaretha Kopeinig in FALTER 18/2026 vom 29.04.2026 (S. 20)

Am 4. Juli 2026 feiern die Ver­ei­nig­ten Staa­ten den 250. Jah­res­tag der Unter­zeich­nung der Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung. In die­ser sind die Ideen der euro­pä­ischen Auf­klä­rung nie­der­ge­schrieb­en - Frei­heit, Men­schen­wür­de und Rechts­staat­lich­keit.

Die transatlantische Politik-Exper­tin Cath­ryn Clü­ver Ash­brook be­zieht sich in ih­rem neu­en Buch "Der ameri­ka­ni­sche Weck­ruf" auf die Grund­ord­nung der ame­ri­ka­ni­schen Ver­fas­sung und zeigt gleich­zei­tig auf, wie die Prin­zi­pien der äl­tes­ten Demo­kra­tie der Welt heute von Prä­si­dent Trump neu aus­ge­legt werden.

Sie beschreibt detail­liert, wie Trump seine Kom­pe­ten­zen über­schrei­tet, Ge­set­ze bricht, Ge­richts­ent­schei­dun­gen ne­giert, Bil­dung und Me­dien ideo­lo­gisch kon­trol­liert und mit sei­ner be­schleu­nig­ten Zer­stö­rungs­wut die Welt ins Wan­ken bringt. Das Zoll­chaos, der Rück­zug aus UN-Gre­mien, das ag­gres­si­ve Vor­ge­hen ge­gen Part­ner und das An­bie­dern bei his­to­ri­schen Geg­nern sind nur ei­ni­ge Bei­spie­le, die die Glaub­wür­dig­keit der USA schwä­chen und die Demo­kra­tie von in­nen aus­höhlen.

Clüver Ashbrook, die aus Wies­ba­den stammt und auf ei­ner US-ameri­ka­ni­schen Mili­tär­ba­sis in Deutsch­land in die Schule ging, ver­folgt die Poli­tik der Ver­einig­ten Staa­ten jour­na­lis­tisch und wis­sen­schaft­lich seit vie­len Jah­ren. Die pro­fi­lier­te Analy­ti­kerin, die der­zeit in ei­ner Top-Posi­tion der Ber­tels­mann Stif­tung tä­tig ist, lässt die Ent­wick­lung der USA of­fen: "Al­les scheint mög­lich." Eine Mas­sen­be­we­gung, wie die No-Kings-Pro­tes­te oder das Auf­wa­chen der demo­kra­ti­schen Par­tei, seien nicht aus­ge­schlos­sen, "aber das Zeit­fens­ter schließt sich", stellt sie nüch­tern fest. Die Fas­zi­na­tion für das Auto­ri­täre sei nicht ver­flo­gen und die "Ver­lockung des Fa­schis­mus" (Jason Stanley) nach wie vor ge­geben.

Ihr brillanter Text en­det mit der Fra­ge, ob Euro­pa be­reit und mu­tig sei, von den US-Ent­wick­lun­gen zu ler­nen. Ent­ge­gen­steu­ern be­deu­tet, den "ameri­ka­ni­schen Weck­ruf" ernst zu neh­men. Das Buch ist für alle eine Pflicht­lektüre.

Posted by Wilfried Allé Saturday, May 2, 2026 8:35:00 PM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft/Politik
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Unsternstunden der Menschheit 

Wie die Welt unerträglich wurde

von Armin Thurnher

EAN: 9783552076198
Genre: Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Erscheinungsdatum: 17.02.2026
Verlag: Zsolnay, Paul
Sammlung: Signiert!
Unsere Bestseller
Umfang: 304 Seiten
Format: Hardcover
Preis: € 27,80

 

Beschreibung

Armin Thurnher über Momente der letzten Jahre, in denen die Geschichte ihren fatalen Lauf nahm.

Stefan Zweig nannte seine berühmte Samm­lung von Tex­ten einen »geistigen Spie­gel« der Zivi­li­sa­tion. Armin Thurn­hers Buch stellt eine Ver­dun­ke­lung des Spie­gels fest. »Un­stern­stun­den der Mensch­heit« fi­xiert eini­ge Mo­men­te, die un­sere Ge­gen­wart form­ten: Man­che da­von ent­gin­gen dem Radar öf­fent­li­cher Auf­merk­sam­keit. Als Bill Clin­ton die Sec­tion 230 eines Me­dien­ge­set­zes unter­zeich­ne­te, nahm die Welt der Kom­mu­ni­ka­tion ei­nen neuen, fa­ta­len Lauf. Als der Blog­ger Curtis Yarvin zu ver­öffent­li­chen be­gann, legte er ein Funda­ment zum Auf­stieg Donald Trumps. Als Hans Di­chand die »Kro­nen Zei­tung« neu grün­dete, nahm er die poli­ti­sche Klas­se Öster­reichs in die Gei­sel­haft der Dumpf­heit. Ein Blen­der namens Sebas­tian Kurz brachte die kon­ser­va­ti­ve Kaste halb Euro­pas um den Ver­stand. Elon Musk, Vik­tor Orbán, Peter Thiel und viele ande­re tru­gen und tra­gen zur Ver­dun­ke­lung der Welt bei. Doch wer sagt, dass aus ei­ner Gale­rie dunk­ler Spie­gel nicht am Ende neues Licht blit­zen kann?

Rezensionen

»Ein grandioses Buch.« Armin Wolf
»Thurnher gehört zu den scharfsinnigsten Analytikern.« Claudia Kühner, NZZ am Sonntag

Leseprobe ->

Posted by Wilfried Allé Monday, March 30, 2026 10:15:00 PM Categories: Gesellschaft Sachbücher/Politik Wirtschaft
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Die Donauinsel 

21 Kilometer Freiraum

Fotos von Klaus Pichler, Martina Nußbaumer (Hg.), Ulrike Krippner (Hg.)

EAN: 9783991660460
Genre: Sachbuch/Stadtentwicklung
Erscheinungsdatum: 19.03.2026
Verlag: Falter Verlag
Sammlung: Aktuelle Bücher aus dem Falter Verlag
Natürlich Wien
Umfang: 432 Seiten
Format: Gebundene Ausgabe
Preis: € 38,00

 

Kurzbeschreibung des Verlags:

Die Donauinsel wurde zwi­schen 1972 und 1988 zu­gleich mit der Neuen Donau er­baut, um Wien end­gül­tig vor ver­hee­renden Hoch­was­ser­er­eig­nis­sen zu schüt­zen. Heute ist sie aus der Stadt nicht mehr weg­zu­den­ken: Mehr als 200.000 Men­schen pro Tag ver­brin­gen im Som­mer ihre Frei­zeit auf der 21 Kilo­me­ter lan­gen und bis zu 250 Me­ter brei­ten Insel.

Das war beim Start­schuss für das Pro­jekt im Jahr 1969 we­der ge­plant noch vor­her­seh­bar. Ur­sprüng­lich als rein tech­ni­scher Hoch­was­ser­schutz kon­zi­piert und poli­tisch höchst um­strit­ten, wur­de die In­sel erst im Lauf von mehr als 30 Jah­ren Pla­nungs- und Bau­zeit zu ei­nem viel­fäl­ti­gen Natur- und Er­ho­lungs­raum am Wasser.

Die rund 60 Texte, Interviews und Por­träts in die­sem Buch be­leuch­ten nicht nur die kom­plexe Ent­stehungs­ge­schichte des Are­als, son­dern auch sei­ne zen­tra­le so­zi­a­le und öko­lo­gi­sche Be­deu­tung in der wach­sen­den und hei­ßer wer­den­den Stadt von heu­te. Zahl­rei­che his­to­ri­sche Ab­bil­dun­gen und Klaus Pich­lers Foto­pro­jekt „Eine Insel, viele Ge­schich­ten“ ge­ben Ein­blicke in die Viel­schich­tig­keit der Donau­insel.

Die Publikation er­scheint an­läss­lich der gleich­na­mi­gen Aus­stel­lung des Wien Museums.

Posted by Wilfried Allé Wednesday, March 25, 2026 10:09:00 AM Categories: Sachbuch/Stadtentwicklung
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Zu Fuß durch Wien 

12 Spaziergänge

von Jennifer Faulkner, Rosemary Faulkner

Reihe: Zu Fuß
ISBN: 9783770024759
Genre: Reisen/Reiseführer/Europa
Verlag: Droste Verlag GmbH
Sammlung: Raus aufs Land
Erscheinungsdatum: 30.05.2025
Umfang: 168 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: € 16,50
Kurzbeschreibung des Verlags

Jennifer und Rosemary Faulkner la­den zu 12 Spa­zier­gän­gen durch die öster­rei­chi­sche Welt­stadt ein, die viel­fäl­ti­ger nicht sein könn­ten. Sie füh­ren zu den High­lights der glanz­vol­len k.u.k.-Zeit, brin­gen Sa­gen und Le­gen­den nä­her, fol­gen den Spu­ren be­rühm­ter Wie­ner und zei­gen, wo stress­ge­plag­te Groß­städter im Grü­nen zur Ruhe kom­men. Da­bei geht es im­mer wie­der an­ders zu: ur­ban und länd­lich, krea­tiv und kuli­na­risch, muse­al und mo­dern – ein fa­cet­ten­rei­ches Wien-Erleb­nis zwi­schen Prunk­bau­ten, Prater und Park­anlagen.

Die "Zu Fuß durch"-Reihe nimmt Sie auf je­weils 12 ent­spann­te Spa­zier­gänge mit – zu Se­hens­wür­dig­kei­ten, ver­steck­ten Ecken und Ge­heim­tipps fas­zi­nie­ren­der Städte und Metro­po­len in Deutsch­land, Euro­pa und der Welt. So wird jede Tour zu ei­nem un­ver­gess­li­chen Er­lebnis!

Posted by Wilfried Allé Saturday, March 14, 2026 3:07:00 AM Categories: Reisen/Reiseführer/Europa
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