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ÖsterreicherInnen wünschen sich eine flexible und effizientere Europäische Union 

Eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher hält eine Fortführung der gegenwärtigen Ausrichtung der Europäischen Union für keine gute Option für die Zukunft der EU. Gewünscht werden alternative, flexiblere Modelle. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).

Presseaussendung ->

Grafik ->

Eine deutliche Mehrheit der befragten ÖsterreicherInnen ist dafür, dass „jene Mitgliedstaaten, die in bestimmten Bereichen stärker zusammenarbeiten möchten, dies auch tun dürfen“. Insgesamt 85 Prozent betrachten dies als „sehr gute“ (33 Prozent) bzw. „eher gute“ (52 Prozent) Option für die Zukunft der EU. Ein knappes Zehntel kann sich damit nicht anfreunden („eher schlechte Option“: 7 Prozent | „sehr schlechte Option“: 2 Prozent) [Rest auf 100 Prozent = „weiß nicht/Keine Angabe“ | gilt auch für folgende Werte].

Gleichzeitig geben 69 Prozent an, dass die „EU sich nur auf ausgewählte Politikbereiche konzentrieren und andere Bereiche den Mitgliedstaaten überlassen sollte“, wobei dies 32 Prozent für eine „sehr gute“ und 37 Prozent für eine „eher gute“ (39 Prozent) Option halten. Etwa ein Fünftel sieht dies nicht so und betrachtet eine Konzentration der EU auf wenige Bereiche als „eher schlechte“ (17 Prozent) bzw. „sehr schlechte“ Option (5 Prozent).

70 Prozent der ÖsterreicherInnen möchten, dass „die Mitgliedsländer der EU ihre Zusammenarbeit in allen Politikbereichen intensivieren“ („sehr gute Option“: 32 Prozent | „eher gute Option“: 38 Prozent). 22 Prozent sprechen sich gegen eine solche verstärkte Kooperation aus („eher schlechte Option“: 16 Prozent | „sehr schlechte Option“: 6 Prozent).

Andere Szenarien für die Zukunft der EU erhalten von den Österreicherinnen und Österreichern weniger Zustimmung.

So hält es nur ein Drittel der Befragten für eine „sehr gute“ (5 Prozent) bzw. „eher gute“ (29 Prozent) Option, wenn sich „die EU ausschließlich auf den Binnenmarkt konzentrieren würde“. Knapp zwei Drittel halten ein solches Szenario für eine „eher schlechte“ (40 Prozent) bzw. „sehr schlechte“ (12 Prozent) Option.

Am schwächsten fällt die Zustimmung dafür aus, dass „die Ausrichtung der EU im Großen und Ganzen so fortgeführt werden sollte wie bisher“. Insgesamt 31 Prozent sehen dies als „sehr gute“ (1 Prozent) bzw. „eher gute“ (30 Prozent) Option. Knapp zwei Drittel sind nicht dieser Ansicht und halten den Status quo für eine „eher schlechte“ (41 Prozent) bzw. „sehr schlechte“ (23 Prozent) Option.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 11. bis 14. April 2017 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt (Tel SWS 259). Befragt wurden österreichweit 535 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,4 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Paul Schmidt und das Team der ÖGfE

Posted by Wilfried Allé Thursday, May 4, 2017 12:57:00 PM
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ÖGfE-Umfrage: Frauen sehen die EU heute deutlich positiver als Männer 

Seit Beginn der EU-Mitgliedschaft hat die ÖGfE in insgesamt 52 Umfragen regelmäßig die Frage gestellt, ob Österreich Teil der EU bleiben oder wieder austreten sollte. Bei jeder einzelnen Befragung war die absolute Mehrheit sowohl der Männer als auch der Frauen für einen EU-Verbleib. Frauen waren dabei stets EU-kritischer als Männer. Seit November 2014 ist jedoch eine gegenläufige Tendenz feststellbar.

Presseaussendung

Grafiken

Während die Zahl der EU-Befürworterinnen über die letzten Jahre hinweg leicht gestiegen ist, ging jene der Männer von Ende 2013 bis Mitte 2016 stark zurück. In der aktuellsten Umfrage vom Jänner 2017 liegt die EU-Zustimmung von Männern bei 64 Prozent - mehr als zehn Prozentpunkte unter dem 20-jährigen Mittel. Bei Frauen hingegen ist der jüngste „bleiben-Wert“ mit 70 Prozent vier Prozentpunkte höher als im Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte. Dezidiert aus der EU austreten will derzeit knapp jeder dritte männliche, aber nur jede fünfte weibliche Befragte. Der Austrittswunsch nimmt bei Frauen tendenziell seit 2008 ab, während er bei Männern ab 2011 steigt und ab 2014 in die Höhe schnellt.


Ein ähnlicher Meinungstrend zeigt sich beim Euro. So steigt das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung bei den Österreicherinnen, während jenes der Österreicher sinkt. Im Jänner 2017 hatte genau die Hälfte der Frauen „sehr großes“ bzw. „großes“ Vertrauen in den Euro, und damit erstmals mehr als Männer (47 Prozent). Die Wichtigkeit des Euro, etwa für die Stellung der EU in der Weltwirtschaft, schätzen Frauen nun ebenfalls höher ein. Auch was den langfristigen Bestand des Euro betrifft, sind 72 Prozent der Frauen optimistisch - gegenüber 60 Prozent der Männer.

Die veränderte Einstellung zur EU zeigt sich auch darin, dass Männer diese gegenwärtig deutlich stärker mit negativen Begriffen assoziieren.

Männer halten die EU heute mehrheitlich für unsicher (56 Prozent), fern (62 Prozent) und sehen sie als „Zwang“ (53 Prozent), Frauen sehen sie hingegen mit teils deutlicher Mehrheit als sicher (53 Prozent), nahe (56 Prozent) und verbinden sie mit „Freiheit“ (60 Prozent). Frauen halten die EU auch deutlich stärker als Männer für demokratisch (64 Prozent zu 49 Prozent), sozial (67 Prozent zu 56 Prozent) und friedenstiftend (72 Prozent zu 57 Prozent). Das Meinungsbild von Frauen und Männern hat sich in diesen Punkten seit November 2014 völlig umgekehrt. So ist etwa die Anzahl der männlichen Befragten, die die EU als friedenstiftend ansieht, seit Herbst 2014 um 17 Prozentpunkte gesunken, die Zahl jener, die die EU als demokratisch betrachten, ist um 16 Prozentpunkte zurückgegangen. Dagegen ist die Zahl jener Frauen, die die EU mit „Freiheit“ assoziieren, im gleichen Zeitraum um 19 Prozentpunkte gestiegen, jene, die sie als „nahe“ sehen, sogar um 20 Prozentpunkte.

Die für diese Analyse verwendeten Umfragen wurden von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft im Auftrag der ÖGfE im Zeitraum 1995 bis 2017 durchgeführt (Nähere Informationen sind in den Download-Grafiken zu finden).
Im Rahmen der aktuellen Umfrage (durchgeführt 23. bis 28. Februar 2017) wurden österreichweit 574 Personen per Telefon befragt (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,0 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Paul Schmidt und das Team der ÖGfE

Posted by Wilfried Allé Thursday, March 9, 2017 12:58:00 AM
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ÖGfE-Umfrage: Steigende Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft 

ÖGfE-Umfrage: Steigende Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft angesichts neuer Herausforderungen

Die Zustimmung zur Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union ist im vergangenen halben Jahr angestiegen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), die Mitte Jänner durchgeführt wurde. Wie eine ÖGfE-Zeitreihe seit dem Jahr 1995 deutlich macht, waren die BefürworterInnen von Österreichs EU-Mitgliedschaft stets klar in der Mehrheit.

Zeitreihe ->

67 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen sprechen sich derzeit dafür aus, dass unser Land EU-Mitglied bleibt. 25 Prozent plädieren für einen Austritt. 8 Prozent beziehen keine Stellung. Gegenüber Juli 2016 ist die Zahl der BefürworterInnen der Mitgliedschaft um 6 Prozentpunkte gestiegen. Die Zahl jener, die für einen Austritt aus der EU plädieren, hat sich um zwei Prozentpunkte erhöht. Rückläufig ist hingegen die Zahl jener, die sich ihrer Entscheidung unsicher sind und „weiß nicht“ antworteten – sie beträgt aktuell 8 Prozent (Juli 2016: 16 Prozent).

Insgesamt 53 österreichweite ÖGfE-Befragungen seit Juni 1995 zeigen, dass – trotz Schwankungen – die BefürworterInnen der EU-Mitgliedschaft stets in der Mehrheit waren. Im Durchschnitt lag die Zahl der MitgliedschaftsbefürworterInnen bei rund 70 Prozent, die Zahl der GegnerInnen bei 23 Prozent. Die höchste Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft fand sich im Juni/Juli 2002 (80 Prozent), der stärkste Wunsch nach einem Austritt im Juni/Juli 2008 (33 Prozent).

Männer befürworten in der aktuellen Umfrage zu 64 Prozent die EU-Mitgliedschaft Österreichs, Frauen zu 70 Prozent. Der Wunsch nach einem EU-Austritt liegt bei den männlichen Befragten bei 31 Prozent, bei den weiblichen bei 20 Prozent. Während Befragte mit Universitätsabschluss zu 91 Prozent für den Verbleib Österreichs bei der EU plädieren (EU-Austritt: 7 Prozent), sind es bei Personen mit Matura 83 Prozent (EU-Austritt: 13 Prozent). Bei Befragten mit Berufs- und Handelsschulabschluss lautet das Verhältnis 63 Prozent („bleiben“) zu 30 Prozent („austreten“), bei Befragten mit Pflichtschulabschluss 57 Prozent („bleiben“) zu 30 Prozent („austreten“). [Fehlende Werte = „weiß nicht/Keine Angabe“].

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 11. bis 16. Jänner 2017 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 607 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,0 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Paul Schmidt und das Team der ÖGfE

Posted by Wilfried Allé Friday, January 27, 2017 8:35:00 PM
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Aktuelle Entwicklungen dämpfen Vertrauen der ÖsterreicherInnen in EU-Kommission 

Die Umfrage wurde vom 19. bis 27. Oktober 2015 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt

ÖGfE-Schmidt: Aktuelle Entwicklungen dämpfen Vertrauen der ÖsterreicherInnen in EU-Kommission

55 Prozent haben „eher geringes“, 22 Prozent „kein“ Vertrauen - Mehrheit sieht „wenige Akzente“ der Kommission in Flüchtlingsfrage und bei Belebung der Wirtschaft - Umfrage

Wien (OTS) - "Seit einem Jahr ist die EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker im Amt. Trotz neuer Handschrift und ambitioniertem Arbeitsprogramm befindet sie sich in Dauer-Krisenmodus. Terrorismus, Wirtschaftskrise, Ukraine-Konflikt und Flüchtlingswelle stellen die EU vor enorme Herausforderungen und hohen Erwartungsdruck. Die divergierende und zögerliche europäische Krisen-Politik wirkt sich auch massiv auf das Vertrauen in die EU-Kommission aus. Die ÖsterreicherInnen erwarten sich von der europäischen Politik Lösungen. Während die von der Kommission gesetzten Initiativen -nicht zuletzt aufgrund der Kompetenzlage und nationaler Unstimmigkeiten - bisher begrenzt erfolgreich sind", analysiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), die Ergebnisse einer aktuellen ÖGfE-Umfrage.

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt nehmen 38 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen die EU-Kommission "sehr oft" (10 Prozent) oder "oft" (28 Prozent) in den Medien wahr. 49 Prozent lesen, hören oder sehen "selten" Nachrichten und Informationen über die Kommission, 9 Prozent "nie".

18 Prozent haben "sehr großes" (1 Prozent) bzw. "eher großes" (17 Prozent) Vertrauen in die EU-Kommission. Als "eher gering" stufen es 55 Prozent ein, 22 Prozent fehlt es gänzlich. Die Kommission hat damit seit dem letzten Jahr bei den ÖsterreicherInnen an Vertrauen eingebüßt: Im September 2014 gaben ihr noch 27 Prozent einen Vertrauensvorschuss ("sehr/eher groß"), im Mai 2015 stieg dieser Wert auf 32 Prozent.

"Die Kommission will mit einer klar definierten Prioritätenliste vor allem die "großen Fragen" ins Zentrum ihrer Arbeit rücken. Die Initiativen umfassen etwa eine Investitionsoffensive, Schritte zur Schaffung einer Energie- und Kapitalmarktunion, des digitalen Binnenmarkts oder der Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion. Die Flüchtlingsproblematik überlagert aber derzeit alles. Daher gelingt es maximal punktuell, die eigenen Schwerpunkte erfolgreich zu kommunizieren."

So sagen 64 Prozent, dass die Kommission bisher "eher wenige" Akzente zur Belebung der Wirtschaft in der EU gesetzt hat. 23 Prozent sehen "eher viele" Akzente (13 Prozent "weiß nicht/Keine Angabe"). Eine ÖGfE-Umfrage von Mai 2015 verdeutlicht dies: Damals hatten 45 Prozent der Befragten noch nichts vom Investitionsprogramm der Kommission gehört, 33 Prozent hielten es für nicht Erfolg versprechend, 14 Prozent zeigten sich optimistisch.

65 Prozent sehen "eher wenige" Akzente zur Verbesserung der Stellung der EU in der Welt. Für 21 Prozent ist es der Kommission gelungen, in diesem Bereich "eher viele" Akzente zu setzen (14 Prozent "weiß nicht/Keine Angabe").

Am kritischsten ist das Meinungsbild hinsichtlich der Bewältigung der Flüchtlingsfrage in der EU. 88 Prozent haben hier bislang "eher wenige" Kommissions-Akzente wahrgenommen, 8 Prozent "eher viele" (4 Prozent "weiß nicht/Keine Angabe").

"Das Ansehen der Kommission leidet auch darunter, dass die EU-Länder in der Flüchtlingsfrage zu langsam agieren. Die Kommission versucht zwar das Heft in die Hand zu nehmen, ist in ihrem Handeln aber von den EU-Mitgliedstaaten abhängig. Damit bremst sich die EU selbst und es verfestigt sich der Eindruck, dass die EU den Flüchtlingsherausforderungen bisher hilflos gegenübersteht. Die Verantwortung dafür tragen beide Seiten. Die Kommission muss stärker als bisher die EU-Länder zu gemeinsamen Lösungen drängen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass diese ihre nationale Egoismen spürbar zurückschrauben", so Schmidt.

Download Grafik:
http://links.oegfe.at/EK_Vertrauen_15

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 19. bis 27. Oktober 2015 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 530 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. Fehlende Werte auf 100 Prozent "weiß nicht/Keine Angabe". Vergleichsumfrage Mai 2015, SWS, N=521.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Paul Schmidt
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Tel.: (+43-1) 533 49 99
E-Mail:  paul.schmidt@oegfe.at
https://twitter.com/_PaulSchmidt
www.oegfe.at

Posted by Wilfried Allé Saturday, October 31, 2015 10:40:00 AM
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