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Institutionen und Infrastrukturen des Wohlfahrtsstaats, die bis heute tragen

Rotes Wien steht für die Kommunalpolitik der zwischen 1919 und 1934 sozialdemokratisch regierten Bundeshauptstadt sowie für die Aktivitäten der Gewerkschaften und Vereine im Vorfeld der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Viele der damals errichteten Institutionen und Infrastrukturen haben bis heute Bestand.

Die Leuchttürme in aller Kürze:
  • Eingeführt wurden Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherungspflicht, Betriebsräte, Arbeiterkammern, Arbeiterurlaub und Achtstundentag.
  • Gesetzlich geregelt wurden Sonn- und Feiertagsruhe, Kinderarbeit und Nachtarbeitsverbot für Frauen und Kinder.
  • Weitere wichtige Reformen bildeten das Kollektivvertragsgesetz und das Angestelltengesetz.
  • Freien Gewerkschaften
  • Kommunalpolitische Schwerpunkte der Sozialdemokraten:
    • Sozialer Wohnbau
    • Gesundheits-, Fürsorge- und Sozialpolitik sowie
    • Bildungs- (unter der Federführung von Otto Glöckel) und Kulturpolitik
    • Verkehrspolitik (Kommunalisierung und Elektrifizierung der Stadtbahn; Modernisierung der Straßenbahn; öffentliche Autobusse) und sonstigen Infrastrukturpolitik.
Fazit

Das „Rote Wien“ stellte einen – trotz sehr schwieriger Bedingungen – erfolgreichen Versuch dar, durch innovative und tendenziell egalitäre kommunalpolitische Maßnahmen die Lebensbedingungen der Mehrheit der Stadtbevölkerung zu verbessern. Es war einer der Höhepunkte der europäischen Arbeiterbewegungskultur der Zwischenkriegszeit. Gemeinsam mit den umfassenden Sozialreformen der Jahre 1918–21 bildeten viele der von der Wiener Stadtregierung zwischen 1919 und 1934 geschaffenen Institutionen tragende Säulen des ab den 1950er-Jahren errichteten österreichischen Wohlfahrtsstaats – zum Großteil bis heute.

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Posted by Wilfried Allé Monday, November 12, 2018 11:10:00 AM

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